Verfasst von: liefland | Januar 17, 2009

Ausgabe Nr. 2 (1781) vom 17. Januar 2009

Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn           1. Samuel 2,1.

Auszüge aus Svētdienas Rīts, Zeitung der Evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands, herausgegeben von ICHTYS GmbH, erscheint seit Januar 1920.

2. Sonntag nach Epiphanias      Ausgabe Nr. 2 (1781)  vom 17. Januar 2009

Neuer Propst von Riga in sein Amt eingeführt. Ingrīda Briede

Am Abend des 12. Januar wurde im Dom zu Riga der neue Propst der Propstei Riga Linards Rozentāls in sein Amt eingeführt. Er hat 8 Jahre in der Luthergemeinde in Riga gedient, davon 3 Jahre als Oberpfarrer. Ab März wird er am Tag der Wahl eines neuen Kirchenvorstandes der Kirchengemeinde im Amt des Oberpfarrers der Luthergemeinde von Pfarrer Kaspars Simanovičs abgelöst. Sofort nach seiner Ordination 1995 hatte Linards Rozentāls auch das Amt des Propstes der Propstei Daugavpils übernommen und dadurch Erfahrungen im Amt eines Propstes gesammelt. Er war bisher auch der Stellvertreter des bisherigen Propstes Erberts Bikše. Ihn erwartet in seinem neuen Amt eine Fülle neuer Aufgaben. Zur Propstei Riga gehören 24 Kirchengemeinden, von denen zur Zeit 3 mehr als 1000 Gemeindeglieder haben – die Luthergemeinde. die Jesusgemeinde und die St, Johannisgemeinde. 3 Gemeinden haben 500 bis 1000 zahlende Mitglieder – die Martinsgemeinde, die Alte und die Neue St Gertrudgemeinde, die übrigen Kirchengemeinden haben weniger als 500 zahlende Gemeindeglieder. In der Propstei Riga sind zur Zeit 36 Pfarrer, ein Ehrenpropst und 7 Evangelisten beschäftigt. 27-30 % aller Gemeindeglieder unserer Kirche gehören der Propstei Riga an., das sind fast ein Drittel aller lutherischen Christen. der ELKL.

Als seine erste Aufgabe betrachtet Linards Rozentāls das Kennenlernen der Kirchengemeinden und der Pfarrer. Er möchte durch seine Tätigkeit die gute Zusammenarbeit, den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Kirchengemeinden in Riga, den Pfarrern und Gemeindeleitern fördern sowie gemeinsame Vorhaben initiieren. Es wäre sehr wichtig, wenn die Gemeinden voneinander lernen könnten sowohl durch eine gute Praxis als auch aus den gemachten Fehlern. Für eine lobenswerte Tradition hält der neue Propst die einmal im Monat stattfinden Konvente als eine gute Möglichkeit des Gedankenaustausches, Diese Tradition möchte er gerne fortsetzen, sowie auf manchen Gebieten kleinere Arbeitskreise bilden.

Der 13. Januar, Afrika und ich. Inga Reča, Chefredakteurin von „Svētdienas Rīts“

Durch Gottes Fügung gibt es in dieser Ausgabe drei Beiträge, die Lettland und Afrika betreffen. Am letzten Tage des vorigen Jahres verstarb der Freund Lettlands, der Bischof der lutherischen Kirche des Sudans Andrew Mbugo Elisa, der sich 2007 an der Konsekration unserer beiden Bischöfe  Pāvils Brūvers und Einars Alpe beteiligte. Der Traum von Pfarrer Artis Druvietis und der Missionarin Aija Dzene von einer nochmaligen Reise nach Uganda ist Wirklichkeit geworden, doch dieses Mal mit einem Team von neun Leuten, und dieses Mal nicht zu einer Besichtigungsreise, sondern zur Veranstaltung einer Pfarrkonferenz und zum Dienst am Wort Gottes in Dörfern und in den Elendsvierteln der Hauptstadt Kampala. Bei dem Interview mit den Taize-Brüdern über das jährliche Jugendtreffen zu Neujahr dieses Mal in Brüssel als auch über die zu erwartenden  Begegnungen mit der baltischen Jugend in Vilnius und Riga im Mai dieses Jahres erfuhren wir, dass die Brüder im vergangenen Jahr Christen aus verschiedenen Ländern und Stämmen Afrikas zusammengerufen haben, um in gegenseitiger Vergebung sich für das Ende des Mordens einzusetzen und das Leben in der Gesellschaft zu verändern. Die Brüder sagten, dass das der Auftrag eines jeden Christen sei,. um die Kraft zu bitten, das immer weiter andauernde Übel des gegenseitigen Hasses zu beenden. In seiner Predigt im Einführungsgottesdienst des neuen Propstes von Riga im Dom sagte Pfarrer Erberts Bikše, dass nur Christus Aus Dornen Weinstöcke zu machen vermag,

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und  dass wir nur, wenn wir in Christus sind, süße Früchte bringen können. Das sei zum 13. Januar dem „hohen Haus“ gesagt, in dem sich einige befinden, die sowohl dich als auch mich mit Pflastersteinen bewerfen.

Welches sind unsere Früchte? Predigt von Pfarrer Erberts Bikše am 12. Januar im Dom zu Riga zur Einführung von Propst Linards Rozentāls in sein Amt.

„Es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht trägt, und keinen faulen Baum, der gute Frucht trägt. Denn jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt. Man pflückt ja nicht Feigen von den Dornen, auch liest man nicht Trauben von den Hecken. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser bringt Böses hervor aus dem bösen. Denn wes das Herz voll ist des geht der Mund über.“   (Lukas 6, 43-45)

Was in einem Menschen ist, das bleibt nicht verborgen. „Jeder Baum wird an seiner Frucht erkannt.“ Wer wir sind, das wird durch unser Leben deutlich.

Man kann es ja versuchen, sich anders darzustellen, als wir eigentlich sind. Das wäre dann auch so, als wollten wir von Dornen Feigen oder Trauben pflücken und dazu sagen: schau doch, was für wunderbare Feigen die Dornen tragen,  und welche wunderbaren Weintrauben wir von den Hecken pflückem können.

Es ist ja doch unmöglich, sich selbst so zu schmücken wie einen Christbaum mit schönen kleinen Dingen. Aber wenn man ihn näher betrachtet, dann erkennt man, dass das nicht aus dem Wesen des Menschen herausgewachsen ist. Das ist doch nur etwas, womit der Mensch sich eine kleine Weile schmücken und vor anderen glänzen kann.

Aber alles geschieht so, dass es früher oder später deutlich wird, wie der Mensch wirklich ist.

Man braucht nur Zeit, um deutlich zu erkennen, wie es um ihn bestellt ist. Die Früchte kommen, wenn es an der Zeit ist, Ob sie etwas nützen oder nicht, aber sie reifen.

„Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser Mensch bringt Böses hervor aus  seinem bösen Schatz,“ sagt Christus.

Abraham Lincoln sagte einmal über die Möglichkeiten des Menschen, sich zu irren und zu betrügen, folgende Worte: „Manches Mal gelingt es, das ganze Volk zu betrügen, aber nur für eine kurze Zeit; für eine längere Zeit kann man einen Teil des Volkes betrügen, aber nie das ganze Volk.“

Der Mann   hatte Recht. Die Wirklichkeit wird sichtbar, und das oft schneller, als wir es uns vorstellen.

Aber nun lohnt es sich, ein paar Fragen zu stellen.: „Wer waren wir? Wie waren wir?“ und auch: „Wer sind wir jetzt? Wie ist es um unsere Früchte bestellt?“

Um in der Sprache des Gleichnisses zu bleiben, waren wir Dornen und Heckenbüsche, die nur Dornen und Hecken tragen können. Gerne stellten wir unsere stacheligen Äste als Feigen und Weintrauben dar und versuchten es anderen einzureden, dass alles schön und herrlich sei.

Aber das waren nicht unsere Früchte. Wir wollten einfach besser sein, als wir eigentlich sind. Dieser Wunsch ist ja gar nicht schlecht, aber vermögen wir es von uns aus gut zu sein? Und wenn wir Unvermögen spüren, müssen wir bekennen, dass wir ohne Christus nicht mehr sind als eine Hecke oder ein Dornenbusch, die auch nichts anderes tragen können als ein Hecke oder ein Dornenbusch.

Jemand könnte darauf einwänden: Ist es wirklich so, dass wir das nicht können? Doch durch das Prisma der Heiligkeit Gottes betrachtet, ist es wirklich so.

Und  dann geschieht das Einmalige und alles Verwandelnde: Gottes Kommen in unsere Schwachheit und Hoffnungslosigkeit.

In den Dornen und Hecken, die man zusammenliest und danach verbrennt, entdeckt Christus eine Möglichkeit, ein Wunder zu vollbringen: Er verwandelt die Dornen zu Bäumen, die

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wunderbare Feigen tragen. Aus Hecken macht er Weinstöcke, die süße Weintrauben tragen. Bei Matthäus lesen wir die Worte Jesu: „Nehmt an, ein Baum ist gut, so wird auch seine Frucht gut sein, oder nehmt an, ein Baum ist faul, so wird auch seine Frucht faul sein. Denn an der Frucht erkennt man den Baum.“ (Matthäus 12,33). Christus hat das vollbracht. Er hat uns zu Bäumen gemacht, die gute Frucht bringen. So hat sich die Weissagung des Propheten Jesaja bewahrheitet: „Es sollen Zypressen statt Dornen wachsen und Myrten statt Nesseln. Und dem Herrn soll es zum Ruhm geschehen und zum ewigen Zeichn, das nicht vergehen wird.“ (Jesaja 55,13)

Christus hatte vermocht, was kein anderer vermocht hatte. Gute Früchte entstehen jetzt ganz natürlich und ohne dass wir es merken zur rechten Zeit, die ihnen bestimmt ist. Es gibt die Früchte einfach, denn ein guter Baum trägt gute Frucht. Jetzt strömt aus uns nicht nur ein trockenes und kurzes Leben. Aus uns strömt das Leben Christi und die Kraft seines Segen spendenden Blutes. „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht,“ spricht Christus (Johannes 15,5). Jetzt müssen wir nur darauf acht haben, dass wir in Christus bleiben und er in uns. Wenn wir uns bei ihm wiederfinden, dann haben wir alles erhalten, was wir brauchen, um Frucht zu bringen. Ohne ein Leben in Christus sind alle unsere Bemühungen nur mit dem Schmücken eines Christbaums zu vergleichen – mit dem Glanz nur für einen Augenblick.

Zum Schluss mein Wunsch an den Propst von Riga zu seinem Dienstbeginn. Christus spricht: „Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.“ Als Propst muss man viel denken, viel tun, viel beten, aber auch viel reden. Von Herzen wünsche ich dir, dass alles, was du denkst, tust und redest, aus deinem Herzen kommt, das von der Gegenwart Christi voll ist – von seiner Kraft, seiner Gerechtigkeit, Seiner Heiligkeit und Seiner Liebe. Wenn durch deinen Dienst Christus weiter wächst, dann braucht man sich um die Früchte keine Sorgen zu machen. Sie kommen einfach, und dazu noch gut und reichlich.

Ich wünsche dir Gottes Segen und den Frieden Christi, unseres Herrn. Amen.

Chefredakteurin: Inga Reča

Anschrift der Redaktion: Alksnāja iela 3 .- Riga- LV 1050

E-Mail-Adresse: svetdienasrits@apollo.lv

Übersetzung: Johannes Baumann (abgeschlossen am 22.1.2009)

Brucknerstr. 24.-  D-27711 Osterholz-Scharmbeck

Telefon: 04791-13356

E-Mail-Adresse: baumann-ohz@arcor.de

Nachwort des Übersetzers Wie bei fast allen Ausgaben von SR habe ich auch bei dieser Nr.  2 des Jahrgangs 2009 nicht alle Beiträge übersetzt. Dabei ging es vor allem um die drei, die das Thema Afrika zum Inhalt hatten, sowie um ein ausführliches Interview mit drei Taizé Brüdern und um eine Konferenz der diakonischen Mitarbeiter in der Propstei Sélpils.

Im Beitrag der verehrten Chefredakteurin von Seite 1 unten bis Seite 2 oben wird der etwas mysteriöse letzte Satz vielleicht mancher aufmerksamen Leserin und diesem oder jenem kritischen Leser ein Gefühl der Ratlosigkeit hinterlassen. Ihnen könnte vielleicht das, was ich dieser Übersetzung als Anhang hinzugefügt habe, eine Verständnishilfe sein. Bei diesem Beitrag geht es um einen Bericht des Pastors der deutschen Gemeinde in Riga Dr. Martin Grahl über die manche Besorgnis erregende derzeitige Situation in Lettland, der, da  er in deutscher Sprache verfasst worden ist, von mir nicht mehr übersetzt zu werden brauchte, was mir dann einige Stunden übersetzungsfreie Zeit bescherte.   J. B. [J1]

Anhang zu SR 2-2009

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Über die Situation in Riga. Bericht von Dr. Martin Grahl, Pastor der deutschen evangelisch – lutherischen Kirchengemeinde in Riga       Riga, den 14. Januar 2009

Manche erinnerte das schon an 1991. Die letzten Ereignisse im Land brachten das Volk auf die Straße: Drastische Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst, von bis zu 40% war die Rede, Entlassungen, Firmenaufgaben und eine Erhöhung der Mehrwertssteuer. Im Herbst verdoppelte sich zum Beispiel der Preis für Erdgas von heute auf morgen, die Bahntickets kosteten auch von einem Tag zum anderen doppelt so viel, während auch die Bahnbeamten wohl kaum mit einer Lohnerhöhung rechnen können. Und dazu passen dann Äußerungen von Politikern, die sagen, es sei nichts Besonderes geschehen. Was interessiert die Krise auch Oligarchen, die sich eine Krise locker leisten können und sowohl in der Ökonomie als auch in der Politik das Sagen haben? So rief dann der (Millionär) Maris Slokenberg, der auch mal auf der Kandidatenliste für die letzte Präsidentenwahl gestanden hatte, zur Großdemonstration auf. Zum Domplatz in Riga kamen Zehntausende, auch mit Bussen aus dem ganzen Land. „Wir haben auch unsere Delegation geschickt“, sagte man mir in Daugavpils. Die Russen waren geteilter Ansicht: Sollen wir da mitmachen? Es ist eine lettische Angelegenheit. Andere sagten: Es ist unsere gemeinsame Sorge, – wir müssen auch hin. Auf dem Domplatz waren alle da: Jugendliche, Ältere, Letten und Russen. Viele haben Existenzangst, ein Pfarrer berichtete mir, wie reihenweise Familien in das soziale Abseits rutschen, häufig durch Schuldenfallen. Es war eine aufgeregte, erwartungsvolle Stimmung auf dem Domplatz. Frust wollte sich demokratisch Luft machen. Aber genau das hatten die Veranstalter selbst offenbar nicht recht verstanden. Sie fokussierten alles auf die Forderung nach Auflösung des Parlaments, für die im letzten Jahr ein Referendum gescheitert war. Dafür gab es denn auch Beifall, aber als ein Chor auf der Bühne mit zarten Stimmen patriotische Lieder sang, kam an uns eine wütend enttäuschte Frau vorbei, die nach Hause ging und sagte: „Mit leerem Bauch kann man nicht singen.“ Die eigentlichen Sorgen und der Druck, der auf dem Volk lastet, kamen wenig vorn zur Sprache. Aber es war immerhin die größte Demonstration seit der Unabhängigkeitsbewegung, abgesehen von den russischen Schülerdemonstrationen vor ein paar Jahren.

Wir sind dann nach Hause gegangen und sahen, wie schlecht die Polizei vorbereitet war. Der Hauptzugang zum Platz war so zugestopft, dass es bei Panik zur Katastrophe gekommen wäre. Erstaunt waren wir an der Saeima: Es war ja zu erwarten, dass sich das Ende der Demonstration hier abspielen würde. Die kleinen Seitenstraßen waren gesperrt und in Sackgassen verwandelt worden. Aber man konnte nur wenige Meter vor dem Eingang umherflanieren. Und hier geschah es dann auch später. Nachdem einige Eier von Frusitrierten den gutgemeinten Chor auf der Bühne getroffen hatten, nahmen hier andere schwere Steine in die Hand. Die Situation eskalierte. Die Scheiben des Parlaments gingen zu Bruch. Es wurde ein polizeilicher Ausnahmezustand erklärt. Es waren immerhin Tausende, die diesen zweiten Teil des Abends zur Revolte werden ließen. Man kesselte viele in die Gassen ein, es kam zum Tränengaseinsatz, Polizeiautos wurden demoliert. Die Polizisten müssen völlig frustriert gewesen sein. Gerade hatte man ihnen bis zu 40% ihres Gehalts gekürzt, und nun sollten sie die, die das veranlasst hatten vor dem „Mob” schützen, der nur aussprach, was sie selbst wohl dachten. Ein Alkoholgeschäft wurde geplündert, vandalisierende Jugendliche mussten in der Nacht in der Altstadt gejagt werden. Es gab Verhaftungen, darunter auch Journalisten und – Polizei, denn es flog auch ein Stein in die verkehrte Richtung.

Es war vom Staatsbankrott die Rede gewesen, der Gleichgültigkeit der gewählten Verantwortlichen, die selbst gut versorgt dem Volk zumuten, den Gürtel enger zu schnallen, als es möglich ist. Die Lebensmittelpreise liegen jetzt vielfach über dem westeuropäischen Durchschnitt, – zwei Ketten können die Preise in freundschaftlicher Konkurrenz diktieren.

Anhang zu SR 2-2009                             – 2 –

Das Gehalt der Angestellten dagegen befindet sich teilweise im freien Fall. Während die lettischen Fernsehkanäle sich am späten Abend weiter im Programm bewegten mit Reklame und Unterhaltung, lief auf dem russischen Sender eine Endlosschleife mit einem Bericht der Ereignisse. Die Russen aber haben weder die Vorgänge provoziert, noch kann man ihnen die Eskalation in die Schuhe schieben, – Russen und Letten ließen sich gemeinsam auf die Auseinandersetzung ein. Und, – das muss angesichts vergleichbarer Vorgänge in Europa gesagt werden, – es war nicht die organisierte Aktion von Autonomen und es sind auch keine Vorstandtkrawalle.

Die ausländische Presse hat schon in all den letzten Jahren wenig Interesse an den Vorgängen im Baltikum gezeigt, – sie kommt eigentlich nur, wenn es zum Krach kommt. Dieser hier war vorherzusehen, – und dennoch dauert es, bis die Berichte kommen werden. Aber was uns hier vielmehr interessiert ist die Frage, ob es zum Beispiel zu Neuwahlen kommen wird und der Präsident, der es als einziger in der Hand hat, dies vorschlagen wird. Herr Zatler selbst war gestern nicht im Lande. Er ließ verlauten, das Land sei noch nicht am Ende seiner Möglichkeiten. Und noch entscheidender wird es sein, ob es vielleicht doch noch bessere Ideen gibt, als Gehälter zu kürzen, die Mehrwertsteuer zu erhöhen, das Preisniveau gelassen wachsen zu lassen und sich damit abzufinden, dass die kleine Oberschicht weiter ihre nicht zu übersehenden dicken Autos spazieren fährt, während im Volk sich die Angst breit macht.

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