Verfasst von: liefland | Februar 14, 2009

Ausgabe Nr. 6 (1785) vom 14. Februar 2009

Die Gebote des Herrn sind lauter und erleuchten die Augen.   Psalm 19,9

Auszüge aus Svētdienas Rīts, Zeitung der Evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands, herausgegeben von ICHTYS GmbH, erscheint seit Januar 1920.

Sonntag Sexagesimae     Ausgabe Nr. 6 (1785)  vom  14. Februar 2009

Spalte der Redaktion.

Liebesbriefe Ingrīda Briede, Journalistin der Kirchenzeitung „Svētdienas Rīts“

Am 14. Februar wird der Valentinstag gefeiert. Die ersten Anzeichen dafür, dass dieser Tag näher rückt, zeigen sich darin, dass man in den Geschäften rosa Herzchen, kleine Kerzen und entsprechende Geschenke entdeckt. Auf den Straßen bemerkt man fröhliche junge Menschen mit Blumen in der Hand. Die Meinungen über den Valentinstag sind durchaus geteilt – die einen wünschen einander Glück, andere sind traurig, dass ihnen niemand Glück wünscht, andere sind wiederum empört über den Einbruch des Amerikanismus in die lettische Tradition und den kommerziellen Charakter dieses Festes.

Der Valentinstag ist bei allen Verliebten und Liebenden sehr beliebt, denn sie feiern ihre Liebe, ihre Beziehung und ihre Freundschaft gerne. Die Liebe nimmt sich Zeit und wird weitergeschenkt.

Doch das gleiche betrifft auch auf unsere Beziehung zu Gott. Auch ihr müssen wir Zeit widmen und sie pflegen. Am 14. Februar werden im norddeutschen Osnabrück viele Menschen ungewöhnliche Liebesbriefe erhalten, nicht in ihrem Briefkasten, sondern wenn sie durch die Stadt gehen, um in Geschäften oder auf dem Markt etwas einzukaufen. Der Absender des Briefes wird sie überraschen – Gott! Im Brief können sie lesen: „Ich liebe Dich! Ich würde mich gern mit Dir persönlich treffen – zum Beispiel heute von 12 bis 19 Uhr in der St. Marienkirche unweit vom Rathaus. Ich werde dort sein! Gott.“ Kirchengemeinden in Osnabrück möchten Menschen zu einem Treffen in der St. Marienkirche im Stadtzentrum einladen. Das Gotteshaus wird für ein Rendezvous mit dem Allerhöchsten den ganzen Tag offen sein. Jeder ist eingeladen zu einem Augenblick der Stille zusammen mit Gott. Er kann eine Gebetskerze entzünden, sich segnen lassen oder auch mit anderen Christen über Gottes Liebe reden. Doch mit Gott kann man sich immer treffen. Er ist immer zu einem Gespräch bereit und seine Liebe und Güte ist alle Morgen neu..

Auch in dieser Ausgabe unserer Zeitung schreiben wir etwas über die Begegnung, die Beziehungen und die Zeit gemeinsam mit Gott. In seiner Predigt ruft Pfarrer Rinalds Grants auf, zum Grund unseres Glaubens zurückzukehren und die Beziehungen zu Jesus Christus neu zu gestalten. Die Kirche von Sloka lädt bereits seit 155 Jahren zur Begegnung mit Gott ein, und in Riga kamen Sonntagsschulkinder zusammen, die Geschenke an Jesus angefertigt hatten

Der Kirchenvater Augustin hat gesagt: „Gott liebt jeden von uns so sehr, als ob Er außer uns sonst niemanden hätte, dem Er Seine Liebe schenken könnte.“ Ich wünsche Euch eine mit Liebe gefüllte Zeit mit Ihm!

Gebet, das die ganze Nacht füllt. Kristīna Soloha.

In der Nacht vom 20. auf den 21. Februar werden bereits zum zweiten Mal Christen im Jugendzentrum zusammenkommen, um die Zeit im gemeinsamen Gebet, im Lob und Dank an Gott zu verbringen. Jeder ist dazu herzlich eingeladen, der die Gemeinschaft mit den Brüdern erfahren möchte, aber über allem anderen – die Gemeinschaft mit dem Vater.

Die Gebetsnacht ist eine ganz besondere Weise, die Fastenzeit zu beginnen. Man trifft ab ½ 9 Uhr an Abend in der Mārstaļa iela 10  ein, und dann beginnt der Gottesdienst mit Gebet und Lobgesang, mit Bibelarbeit über das Fasten, Gebeten aus Taize, Zeugnissen und Gemeinschaft während der ganzen Nacht. Der Heimweg ist für 6 Uhr am Morgen geplant, zu Beginn des Verkehrs der Straßenbahnen. Den Kern der Organisatoren der Gebetsnacht bilden

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sieben junge Menschen: Linda, Ulvis, Dzirkstīte, Kristaps, Leida, Pēteris und Esmeralda.  Auf die Frage, weshalb sie sich, statt für den Schlaf in der Nacht sich dafür entschieden hätten, die Nacht im Jugendzentrum zu verbringen, laden sie junge Menschen ein, zu kommen, um sich zu stärken, und auch um Antworten zu finden. Ulvis erinnert daran. dass es in unserer Zeit schwer ist, innezuhalten, um auf das Gebet von Gott eine Antwort zu erhalten, doch in dieser Nacht gäbe es dazu eine Möglichkeit. Da wir in einer recht schnellen Zeit leben, sehr besetzt und von vielen Dingen überhäuft sind, erkennt Leida, dass sie in dieser Fastenzeit sehr gerne zuerst ihren Tag in der Gemeinschaft, in der Stille und im Frieden  mit Gott verbringen  möchte, nicht abgelenkt durch das Radio, Fernsehen und das Klingeln des Telefons… Die Gebetsnacht soll etwas wie eine kleine Einführung in die Fastenzeit sein, wo junge Menschen etwas davon erfahren können, was Fasten bedeutet, und weshalb es wichtig ist.

Linda flüstert uns zu, dass der Abschluss der Gebetsnacht um 6 Uhr am Morgen interessant werden sollte. Aber das müsste vorerst ein Geheimnis bleiben. Kristaps sagt, dass die Gebetsnacht ein kleines Wunder werden sollte, das aber jeder selbst erleben muss.

Die evangelisch-lutherische Kirche von Sloka ist 155 Jahre alt. Ilze Austruma

„ Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.“

Im Februar feiert die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Sloka ein ganz besonderes Fest. Am 1. Februar beging man das 155 jährige Jubiläum der Kirche und feierte auch einen Dankgottesdienst anlässlich des Abschlusses des ersten Bauabschnittes der Kirchenrenovierung.

Den Gottesdienst leitete Pfarrer Jānis Saulīte und die Predigt hielt Pfarrer Krists Kalniņš, der vor Kurzem von seinem 4 Jahre langen Einsatz bei der lettischen evangelisch-lutherischen Zionsgemeinde in Chicago in den USA zurückgekehrt ist. Den Festgottedienst gestalteten musikalisch das Vokalensemble „Laudate“ (Leitung Guntars Prānis) und das Handglocken-

Ensemble „Glocken von Sloka“ (Leitung Jānis Lubējs) sowie der Chor der Gemeinde unter der Leitung von Māra Gulbe.

Das jetzige Kirchengebäude von Sloka wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und am 31, Januar 1854 geweiht. 1969 und danach 1902-1903 wurde es nach einem Projekt des Architekten W. Bockslaff  erweitert und an die Kirche wurde eine große Sakristei angebaut, Das Aussehen des Altars und der Kanzel wurde verändert. Das Altarbild „Golgatha“ stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts und ist eine Arbeit von A. Hanisch.

Am 31. August 1903 konnte die Gemeinde in ihr gründlich erweitertes Gotteshaus hineingehen. Zum Festgottesdienst läutete die neu gegossene Bronzeglocke.

Seit dem Jahr 1929, als das 75 jährige Jubiläum des Gotteshauses gefeiert wurde, ziert den Haupteingang eine Platte mit der Überschrift „Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.“

2004 wurde mit der Renovierung des Kirchendaches, der Vergoldung des Kreuzes und dem neuen Anstrich der Kirchenfassade begonnen. Die Gemeindeleitung sprach im Gottesdienst allen Spendern und allen, die uneigennützig bei den Renovierungsarbeiten mitgeholfen haben, ihren Dank aus. „Mit Gottes Hilfe und der Unterstützung von jedem von Euch können wir heute Gott Dank sagen für alles, was erreicht werden konnte,“ sagte Pfarrer Jānis Saulīte in seiner Dankesrede

Paramente für die Alte St. Gertrudkirche Ein Bericht von Ieva Granta

„Als ich vor einigen Jahren die Paramente des Altars der Alten St. Gertrudkirche betrachtete, begriff ich, dass viele von ihnen ihren Dienst getan hatten und anderen bestimmte Teine fehlten. Das war für mich der Anlass, diese Arbeit ernsthaft zu beginnen. Paramente sind häufig ein großer Schatz und eine große Freude der Gemeinde, besonders in Situationen, in

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denen eine Gemeinde einen großen Bedarf an anderen Dingen wie Heizung und Renovierung usw. hat .  Weil ich selbst nähen kann, sah ich darin kein Problem, selbst die Paramente zu nähen. In diesem Fall war nur das einzige Störende die fehlende Zeit, die natürlich bei einer solchen Arbeit investiert werden muss, und das ist nicht wenig. Ich sprach Leute an, die vielleicht bereit waren, mit bei dem Anfertigen der Paramente Hand anzulegen und so entstand ein Kreis dienender Menschen. Ihr Lohn war das Empfinden von Zufriedenheit darüber, dass es gelungen ist und darüber, dass wir gemeinsam etwas zum Wohl unserer Kirchengemeinde tun konnten. Vor etwa 3 Jahren entstanden violette Paramente für den Altar.

Für den vollen Bestand waren noch etwa 15 Teilstücke geplant. Doch ich muss ehrlich zugeben, dass wir alles bisher noch nicht geschafft haben.

Jetzt arbeiten wir an den weißen Paramenten. Bei diesem gemeinsamen Schaffen hatten wir das Empfinden, dass wir und die Gemeinde dabei mehr gewonnen haben, als wenn wir ein teueres Sortiment von Paramenten irgendwo gekauft hätten.

Wenn man an eine solche Arbeit herangeht, ist es wichtig, eine gemeinsame Konzeption zu finden, Symbole zu wählen und eine Zeichnung anzufertigen, die dem Innenraum der Kirche „entspricht“. Die Alte St. Gertrudkirche ist ein wunderschöner neugotischer Bau, und der Innenraum ist nach Vorbildern aus der Zeit der Gotik gestaltet. Die Gotik wurde damals als Quelle der Inspiration genutzt. Ich verzichtete auf die Merkmale der deutschen Romantik der 19./20. Jahrhundertwende, und bemühte mich, meine Ideen bestimmten theologischen Anforderungen anzupassen. Bei dem Anfertigen der weißen Paramente nahmen wir uns die violetten zum Vorbild und freuen uns weiterhin darüber, was wir damals geschafft hatten. Ich hoffe, dass sich auch die Gemeinde darüber freuen wird. Jede verantwortungsvolle und ehrliche Arbeit für Christus bleibt nicht ohne Frucht, und es ist schön, dass wir die uns geschenkte Zeit Gott zurückgeben konnten durch unseren Dienst Ihm zu Ehren.

Liebe Leser unserer Kirchenzeitung „Svētdienas Rīts“!

In dieser Zeit, da viele Zeitungen in Lettland einen großen Teil ihrer treuen Leserschaft verloren haben, können wir Sie mit Freude darüber informieren, dass die Zahl unserer Abonnenten sich spürbar vergrößert hat, und dass damit das Interesse der Einwohner unseres Landes an geistlichen Dingen wächst.

Wir sind unseren Lesern, die unsere Zeitung kaufen oder abonnieren, und das auch weiterhin tun möchten, von Herzen dankbar. Gott segne Sie reichlich!

Chefredakteurin: Inga Reča

Anschrift der Redaktion: Alksnāja iela 3 .- Riga- LV 1050

E-Mail-Adresse: svetdienasrits@apollo.lv

Übersetzung: Johannes Baumann (abgeschlossen am 18.02.2009)

Brucknerstr. 24.-  D-27711 Osterholz-Scharmbeck

Telefon: 04791-13356

E-Mail-Adresse: baumann-ohz@arcor.de

Nachwort des Übersetzers

Meiner verehrten Leserschaft wird es aufgefallen sein. dass die Spalte der Redaktion in dieser Ausgabe nicht von Inga Reča sondern von Ingrīda Briede verfasst ist. Das ist eins der vielen Zeichen dafür, dass die zur Zeit in Riga herumgeisternde Grippe auch nicht an der Redaktion vorbeigehuscht ist. Inga hat es besonders schwer erwischt, doch inzwischen  ist sie wieder so

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weit hergestellt, dass sie sich in der Redaktion wieder blicken lassen kann. Meine besten Wünsche gehen nach Riga in der Hoffnung, dass diese Epidemie dort bald ihr Ende finden möge. Die in Ingrīdas Spalte erwähnte Predigt von Rinalds Grants von der Alten St. Gertrudgemeinde habe ich nicht übersetzt, obwohl ich sie sehr gut finde, weil sie doch recht lang geworden ist.

Sehr gefreut hat mich die Nachricht, dass SR in dieser Zeit, in der wegen der wirtschaftlichen Misere die Zahl der Leser anderer Zeitungen spürbar zurückgegangen ist, SR sich sogar einer

anwachsenden Leserschaft erfreuen kann. Dazu meine Glückwünsche, verbunden mit der Hoffnung, dass diese Tendenz noch lange anhalten möge.

Obwohl Lettland schon eine ganze Weile zur EU gehört, scheint die Postverbindung hierher immer noch einige Haken und Ösen zu haben, denn die Nr. 5 hat mich immer noch nicht erreicht, obwohl mir die Redaktion versichert, dass sie   mir diese Ausgabe rechtzeitig abgeschickt hätte.. Ich werde mich, sobald ich sie in der Hand habe, an deren Übersetzung machen.

Meine besten Wünsche gehen in dieser winterlich ungemütlichen Zeit an Sie alle!   J.B.

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