Verfasst von: liefland | Februar 21, 2009

Ausgabe Nr. 7 (1786) vom 21. Februar 2009

Wohl dem Volk, das jauchzen kann!                                Psalm 89, 16.

Auszüge aus Svētdienas Rīts, Zeitung der Evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands, herausgegeben von ICHTYS GmbH, erscheint seit Januar 1920.

Sonntag Estomihi     Ausgabe Nr. 7 (1786) vom  21. Februar 2009

Spalte der Redaktion.-  Bund für einen Tag. Inga Reča, Chefredakteurin von SR

Als ich heute morgen aufwachte, schloss ich mit mir einen neuen Bund. Nicht für das ganze restliche Leben, sondern nur für einen Tag – keinen missmutigen oder depressiven Gedanken, keine Furcht und Klage, keine Unzufriedenheit. Das, was heute die Bestimmungen meines Denkens und Verhaltens diktieren soll, werde ich selbst sein, und nicht irgend etwas.

„Nun  denn, liebe Inga, mit Gottes Hilfe“, sagte ich zu mir selbst und öffnete meine Augen. Das erste, was ich erblickte, als ich an das Fenster trat, war der Schnee, der in großen Flocken auf die Dächer fiel. Der über und über weiße Hof! Schön!

Etwa später, als ich bei einer staatlichen Behörde meine Dokumente ordnen musste, war die Frau, die mich dabei bediente, nicht nur sehr freundlich, sondern veränderte auf einem Dokument selbst das Datum, und warf mich nicht hinaus, damit ich mir ein neues Exemplar holte. Mein Handy meldet sich. Eine Mitarbeiterin der Dorfbibliothek ruft mich an und teilt mir mit, dass  Leser zwei Ausgaben des letzten Jahrganges von „Svētdienas Rīts“ ausgeliehen, sie aber bis heute nicht zurückgebracht hätten. Deshalb würde sie zu ihnen hinfahren, um sie abzuholen.

Eine meiner Arbeitskolleginnen berichtete mir, dass eine Kirchengemeinde ihren alten Leuten 25 Abonnements (!!!) von unserer Zeitschrift geschenkt hätte.

Ich öffne meine Email und entdecke, dass Pfarrer Ivars Jēkabsons uns einen wunderbaren und (wie immer) zu Herzen gehenden Beitrag für unsere Sonntagsschulspalte zugesandt hat mit dem Titel „Eiscreme von Gott“ Es ist die Geschichte von einem kleinen Jungen, der Gott um ein Eiscreme bittet, und ihm bereits davor dafür dankt. Aber natürlich muss es in einer solchen Geschichte auch eine mürrische Alte geben, die den Jungen zurechtweist: das sei doch wirklich unverschämt, Gott um ein Eiscreme zu bitten! Doch ein Herr lobt den Jungen für dieses wunderbare Gebet, und sagt, dass die Seele auch von Zeit zu Zeit mit Eiscreme gefüttert werden müsste, damit sie gut würde. (Wie die Geschichte endet, kann  auf der Seite    2 unten dieser Übersetzung nachgelesen werden.)  Auch Doktor Kudrjavcevs  sagt, dass der Mensch (der Christ) seine Gedanken unter eine Disziplin stellen muss. Wenn du sie unkontrolliert den Wegen der Welt überlässt, dann sei gewiss: es wird sich immer eine andere Kraft finden, die dein eigenes Dirigentenpult übernimmt und dich nach ihrem Willen tanzen lässt. Darüber, wie man an sich geistliche und körperliche Disziplin übt, um (geistig und leiblich) gesund zu sein, kann man in dem Beitrag ab Seite 3 unten dieser Übersetzung einiges lesen.

Der Tag ist erst halb vorbei, doch ich stelle fest, dass er einen völlig anderen Geschmack bekommen hat.

Die Schar der Freunde der Kirchengemeinde Blīdene wird immer größer. Sanita Vanaga

Schon zum siebenten Mal veranstaltete die Kirchengemeinde Blīdene eine Gemeinschaftsveranstaltung für alle Kirchengemeinden der Umgebung.. Wir freuen uns sehr, dass jedes Mal Vertreter aus immer mehr Kirchengemeinden  dazu kommen. Dieses Mal waren bei uns Gäste aus der Lutherkirche in Liepāja, aus Apriķi, Lipaiķi, Alsunga, der Luthergemeinde in Saldus, aus Remte, Annenieki, Vecauce, Talsi und der Jesusgemeinde in Riga mit dabei, dazu auch der Chor „Salve“ aus Riga. Bei solchen Gemeinschaftsveranstal- tungen können wir es wirklich erfahren, dass wir Brüder und Schwestern in Christus sind.

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Wie immer, so begannen wir auch diese Veranstaltung mit einer Andacht. Danach erfreute uns der Chor „Salve“  mit einem Konzert. Bei Tee und Kaffee tauschten wir die Neuigkeiten aus unseren Kirchengemeinden aus. Von der Jesusgemeinde in Riga erhielten wir die Anregung, dass jede Gemeinde ihr liebstes Lied vortragen sollte. In diesem Jahr taten wir das auch in unserer Veranstaltung, wobei es sich zeigte, dass viele Gemeinden das gleiche liebste Lied haben. Alles das gab uns wieder viel Kraft für unseren weiteren Dienst.

Am   1.Februar fand die Wahl des neuen Kirchengemeinderates statt, bei der Sanita Vanaga zur neuen Gemeindeleiterin gewählt wurde, und die bisherige Gemeindeleiterin Gunta Bula bereit war, das Amt der stellvertretenden Gemeindeleiterin zu übernehmen Die Einführung des neuen Kirchengemeinderates soll im Gottesdienst am 1. März stattfinden.

Estland ist das unreligiöseste Land Europas.

Das Meinungsforschungsinstitut Gallup hat bei den Einwohnern Europas eine Umfrage durchgeführt, bei der an die Befragten die Frage gestellt wurde „Ist Religion ein wichtiger Bestandteil Ihres Alltages?“ , berichtet die lettische Nachrichtenagentur LETA

Nach dieser Umfrage sind fünf Mitgliedsländer der EU unter den zehn unreligiösesten Staaten. An erster Stelle steht Estland. Dort  wurde die Frage nur von 14 % positiv beantwortet. Darauf folgen Schweden und Dänemark, mit 17 beziehungsweise 18 %. Unter den ersten fünf findet sich auch Tschechien mit 21 %, das nur wenig hinter dem zur EG nicht gehörenden Norwegen (mit 20 %) zurück bleibt.  Frankreich steht mit 25 % an neunter Stelle. Lettland gehört zusammen mit Großbritannien, Finnland, den Niederlanden, Litauen und Bulgarien ebenfalls zu den Ländern, in denen der größte Teil der Einwohner Religion als einen wichtigen Bestandteil ihres Lebens nicht ansehen. 

Die religiösesten Länder der EU sind Italien, Portugal, Polen, Rumänien und Griechenland.

Von den Ländern der EU gehört keins zu den religiösesten Ländern der Welt, bei denen Ägypten den ersten Platz einnimmt, wo alle Befragten die Frage positiv beantworteten. Darauf folgen Bangladesch und Srilanka, wo 99% der Einwohner der Religion eine entscheidende Rolle im Alltag zumessen. In der Liste der weltweit 10 religiösesten Länder stehen auch mehrere Länder Afrikas wie Kongo, Malawi und Senegal, sowie Indonesien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Wie die Analytiker von Gallup Steve Crabtree und Bret Pelam berichteten, kann man die Ergebnisse der Befragung nur zum Teil mit der Tatsache erklären, „dass die Religiosität der Einwohner weitgehend von den Lebensumständen abhinge.“ Die USA, wo etwa zwei Drittel der Bevölkerung die Frage nach der Bedeutung der Religion für ihren Alltag positiv beantwortete, sind die religiösesten der reichen  Länder.

Eiscreme von Gott Ivars Jēkabsons (aus dem Teil für die Sonntagsschulen)

„Darf ich heute das Tischgebet sprechen?“ fragte ein sechsjähriger Junge, als die Eltern zum Mittagessen mit der ganzen Familie in ein Restaurant gegangen waren. Alle falteten die Hände und der Junge sprach: „Lieber Gott, du bist allmächtig und gut. Ich danke dir für das Mittagessen und nachher werde ich dir noch mehr danken, wenn Mama uns zum Nachtisch ein Eis bestellt. Und dazu danke ich dir für die Freiheit und Gerechtigkeit! Amen.“

Einige Gäste mussten über das Gebet des Jungen lachen, doch die Bemerkung einer Dame

im fortgesrittenen Alter war nicht zu überhören: „Da sieht man es, dass auf unserer Erde manches nicht stimmt. Die Kinder können nicht mehr beten, wie es sich gehört. Von Gott ein Eis zu verlangen! Unmöglich! Das würde mir nie passieren!“ Als der Junge das hörte, kamen ihm die Tränen in die Augen. Er fragte seinen Vater, ob er etwas falsch gemacht hätte und ob Gott jetzt auf ihn böse sei?

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Während sich der Vater bemühte, seinen Sohn irgendwie zu beruhigen, trat ein älterer Herr an den Tisch und sagte: „Das, was ich eben gehört habe, war ein großartiges Gebet.“ „Wirklich?“ fragte der Junge ganz erfreut. „Wirklich!“ sagte der alte Herr und fuhr dann lauter fort, damit es alle hörten: „Schau, das ist nicht in Ordnung, dass sie Gott nie für das Eis dankt, das sie bestimmt auch isst. Ein wenig Eis ist manches Mal gut für die Seele,“

Natürlich bekamen die Kinder auch Eis zum Nachtisch. Aber dann tat der Junge etwas, was die Familie nie in  ihrem Leben vergessen wird.. Er nahm seine Schale mit dem Eis, stand auf und ging auf die Dame zu und setzte sich ihr gegenüber hin. Mit einem breiten und glücklichen Lächeln sagte er: „Das ist für Sie! Eis ist manches Mal gut für die Seele, und meiner Seele geht es jetzt gut.“

Einmal hatte der Apostel Petrus eine Vision, bei der er verschiedene Speisen sah, die man für unrein hielt. Doch Gott sagte: „Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht verboten.“ (Apg. 10,15)  Jesus hat wirklich gesagt: „Was zum Mund hineingeht, das macht den Menschen nicht unrein, sondern was aus dem Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein.“ (Matthäus 15,10). Auch Paulus erinnert daran, dass nicht Essen und Trinken das Leben heiligt, sondern das Wort Gottes und das Gebet (1. Tim. 4,5). Petrus ist eine besondere Persönlichkeit unserer Kirche. Er war der erste, der den Glauben an Jesus bekannte. Ihm, der ursprünglich Simon hieß, gab Jesus den Namen Petrus – der Fels, auf dem er seine Kirche bauen würde.(Matthäus 16,16-19) Petrus wurden die Schlüssel zum Himmelreich geschenkt. Das erinnert uns an die Kirche und an die Vollmacht, die den Jüngern verliehen wurde – die Sünde zu vergeben. Deshalb können wir nach dem Sündenbekenntnis im Gottesdienst gewiss sein, das die Vergebung der Sünde, die uns dort zugesprochen wird, wirklich von Gott kommt. Das Symbol für Petrus sind die Schlüssel.

Am 25. Februar, dem Aschermittwoch, beginnt die Fastenzeit, zu der in der Kirche an das Leiden Christi gedacht wird. Da lohnt es sich, darüber nachzudenken, dass wahres Fasten im Herzen geschieht und nicht bei den Mahlzeiten. Da sollten wir uns der bösen Gedanken enthalten, die uns umgeben. Es kann durchaus sein, dass es für diesen oder jenen bedeuten kann, die sieben Wochen vor Ostern auf das Eis zu verzichten. Aber vielleicht bedeutet es auch, dass ich einem anderen etwas schenke, was gut schmeckt. Auf jeden Fall wünsche ich euch eine gesegnete Passionszeit.

Mit Jesus und gesund Inga Reča

„Einige Menschen sagen mir, dass sie Gesundheit gar nicht um jeden Preis brauchten. Lieber möchte ich krank sein, aber mit Jesus. Dann antworte ich ihnen: mit Jesus kann man auch gesund sein. Auf keinen Fall fordert er von uns, krank zu sein. Nirgendwo in der Bibel steht, dass er uns die Krankheiten gebracht hätte. Feuer und Schwert ja, aber keine Krankheiten,“ meint der Arzt mit einer 25 jährigen Berufserfahrung  und praktizierender Christ Igors Kudrjacevs. Nach seiner Überzeugung, die er unermüdlich vor unterschiedlichsten Auditorien ausspricht, hat jeder Mensch die Möglichkeit, besser, effektiver, gesunder und christlicher zu leben.

Wie gehen wir mit der Krankheit um?

Wenn jemand krank ist, dann befindet sich der Leib desjenigen – die Heimstätte des Heiligen Geistes – im Zustand eines Unfalls. Eine Heimstätte muss man reparieren. Wer wird sie reparieren?

Wir selbst haben von vielen Fällen gehört, dass jemand beschlossen hat: zu Ärzten gehe ich nicht. Gott wird mich heilen. Eine alte Anekdote berichtet über den alten Abraham, der auf dem Dach saß und darauf wartete, dass Gott selbst ihn aus der Flut erretten würde. Gott sandte ihm mehrfach Hilfe – andere Menschen mit einem Boot, – doch er blieb sitzen und sagte: „Nein, nein, Gott wird mich erretten!“

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Dr. Igors Kudrjavcevs sagt: es gibt Dinge, die ein Mensch wissen muss, um zu überleben. Dabei geht es nicht um die Länge, sondern um die Qualität des Lebens. Dass jemand nicht ständig an die Heilung von Krankheiten denken muss, was schwerer und kostspieliger ist als die Vorbeugung. Der Mensch muss täglich ein wenig für sich selbst Sorge tragen. Dann wird er qualitativer leben und gemeinsam mit anderen noch mehr erreichen.

Wie ist man gesund?  Im idealsten Fall sollte man seinem Körper täglich den Zehnten spenden. Um den Blutkreislauf in einem guten Zustand zu erhalten, muss man es erlernen, am Morgen mit seinen Händen seinen Körper zu massieren – die Hände, Füße und Beine.. Auf einmal entsteht in euch eine Wachheit, die den ganzen Tag erhalten bleibt, so dass man nicht einmal eine Tasse Kaffee zu trinken braucht. Richtig ist es auch, mit den Fingerspitzen den mit Haaren bedeckten Teil des Kopfes zu massieren, denn dort befinden die  Enden der Nerven und Adern.. Und wenn ihr eure Haare kämmt, dann nicht nur einfach um sie zu glätten, sondern die Prozedur des Kämmens verlängern, bis die ganze Haut darunter warm wird. Das bekommt sowohl den Haaren wie auch dem Gehirn. Auch sollte man dem armen Rücken helfen. Manche sagen, dass ihnen das Genick weh tut. Zunächst ist es gut, wenn man sich daran gewöhnt den Halsteil etwas zu massieren. Während der Arbeitszeit helfen gelegentlich einige ganz einfache gymnastische Übungen. Das alles sind nach den Worten von Dr. Kudrjacevs  keine geheimen Wissenschaften, sondern Erfahrungen,, die jeder selbst machen und weitergeben kann.

Dr. Kudrjacevs meint, dass es Berufe gäbe, deren Vertreter „per definitionem“  gesund sein müssen. Das sind Ärzte. Pfarrer und Lehrer.

Wie denkt man effektiv?

Wie ordnet man seine Denkprozesse, damit das Gehirn effektiver arbeitet? Der Doktor sagt, dass Menschen, welche nicht an Gott glauben, an alles „rationell“ herangehen, und eigentlich alles tun dürfen. Dagegen ist es Christen untersagt, nach diesen  gleichen Regeln zu spielen.

Christen haben mit dem Risiko zu rechnen, unmenschliche Menschen zu werden, zu solchen, die so sehr an Gott glauben, aber sich selbst als Menschen nichts mehr zutrauen. Sie sind der Ansicht, dass alles so sein wird, wie Gott es gibt. Natürlich!  Aber du selbst musst dabei mitarbeiten, denn sonst brauchte Gott dich gar nicht als Mensch. Dann wärest du nur ein Engel ohne einen Körper und zum Beispiel auch ohne einen  Schreibtisch.

Der Mensch muss es vermögen, seine Gedanken zu ordnen. Basilius der Große stellte den Christen in Athen die Athleten der olympischen Spiele als Beispiele vor Augen. „Wie gut wäre es, wenn wir unseren Geist ebenso stählen könnten, wie es die Athleten mit ihren Muskeln tun.!“

Manches Mal klagen Leute: Ach wie geht es mir schlecht, ich habe gar nichts.. Dann frage ich sie: Was willst du denn eigentlich? –  Ach eigentlich nichts besonderes…. Dann sage ich ihnen: „Du willst nichts? und nichts hast du auch! Du beschwerst dich? Vielleicht genügt das einem Mönch in seiner Zelle, überhaupt nichts zu haben und zu tun, und sich darauf zu verlassen, dass Gott alles geben wird, aber wir sind Menschen inmitten einer Gesellschaft und müssen selbst etwas tun.

Wir müssen planen,  unsere Wünsche richtig formulieren und unseren Willen kundtun können. Meine liebste Bibelstelle ist aus dem Johannesevangelium 14, 12-15: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und er wird noch größere als diese tun, denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn. Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun. Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten.“  Natürlich wird ein Christ nicht um irgendwelche Ausschweifungen bitten. Aber die Menschen beten heute nur ganz selten! Sie denken, dass Gott ihnen das schon geben würde, was sie brauchen.. Aber du musst es wissen und präzise formulieren, was du brauchst.

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Ein protestantischer Geistlicher beschrieb in seiner Biographie die Situation in der Dorfgemeinde, in der er  seinen Dienst begonnen hatte. Es gab dort keinen Schreibtisch, auf dem er seine Predigt niederschreiben konnte.. Er betete, dass ihm ein Schreibtisch und ein Fahrrad geschenkt werden möchte, damit er  die Leute seiner Gemeinde besuchen könnte. Eines schönen Tages vernahm er eine Stimme: „Was brauchst du eigentlich genau? Ich habe mehrere Tische und Fahrräder..“ Deswegen sage es ganz genau, was du brauchst – auch das muss man lernen., sagt Dr,  Kudrjacevs.

Keine Angst davor, dass du nicht mehr jung bist. Es ist nie zu spät, die Gedanken richtig zu ordnen und zu lernen.

Wie wirkt sich das Denken auf die Gesundheit und das Erreichen des Zieles aus?

Dr. Kudrjacevs sagt, dass unser Denken und unsere Absichten mit unserem Immunsystem eng zusammenhängen. Wenn ein Mensch depressiv ist, wird seine Immunität auch schwächer, aber wenn sich seine Immunität stabilisiert, dann wirkt sich das auch auf den Zustand des Nervensystems aus.  Deshalb ist es wichtig, seine Gedanken genau zu formulieren

Wichtig sind auch die Endorphinen ( körpereigene Eiweißstoffe mit schmerzstillender Wirkung). Wenn jemand glücklich ist, dann funktioniert nicht nur seine Verdauung besser, auch seine Haut wird dann schöner. Aber was heißt es,  dass jemand glücklich ist?  „Mir gefällt diese Formulierung: Lebensqualität ist die Summe der kleinen Erfolge. Wenn heute ein solches Ziel erreicht wurde, wirkt sich das auf  die Endorphinen im Körper aus. Ist das Ziel viel größer, strategischer und erstreckt es sich auf eine Woche oder gar Monate, dann ist das umso besser. Dann muss der Mensch planen und dabei konsequent sein. Wenn ich etwas will und etwas plane, dann erbitte ich Gottes Hilfe, um es zu erreichen. Doch plötzlich mischt sich die Versuchung in das Denken hinein: „Brauchst du das wirklich Du bist doch nichts, und möchtest doch auch eigentlich nichts.“ Aber Gott im Himmel schaut auf dich: „Halt, halt, du hast mich um Energie, um Kraft gebeten, und ich habe sie dir geschenkt, damit du dein Ziel erreichst, und nun willst du mir weismachen, dass du das gar nicht willst? Wenn du sie nicht willst, dann sollst du sie auch nicht haben.“

Das ist die Rede von der Disziplinierung der Gedanken  Die Gedanken und Ziele muss man gut und ehrlich formulieren. Nicht zufällig ist uns der Verstand geschenkt worden, aber auch die Intuition als die Augen des Herzens und der Seele  Wenn wir auf etwas zugehen, dann müssen wir das auch ganz genau tun, und uns davor fragen: möchten wir das auch wirklich?  Es kann passieren, dass wir, wenn wir um etwas ganz bestimmtes gebeten haben. etwas ganz anderes erhalten. Weshalb das? Weil es in deinem Heruzen während des Gebetes etwas völlig anderes gab als das, was dein Verstand in Worte gefasst hatte. Es kann sein, dass du dir eigentlich etwas ganz anderes gewünscht hast…

Es ist gut, über die zu erreichenden Ziele in einem Tagebuch Rechenschaft abzulegen – jeden Tag oder jede Woche einzutragen, was getan worden ist. Menschen haben oft die Tendenz, sich zu entschuldigen: Ich war nicht in der rechten Stimmung, deswegen habe ich es nicht geschafft.. Dann müssen wir Gottes Hilfe erbitten.

Wir müssen auch positive Veränderungen erkennen und dafür Gott danken. Ein rechtschaffen denkender Mensch sagt das dann etwa so: Danke! Es ist alles um 10 Prozent besser geworden, aber es tut dennoch weh.. Damit es nicht so werde wie es bei Lukas beschrieben wird, dass von zehn geheilten Aussätzigen neun weglaufen, und nur einer daran denkt, umzukehren und Jesus zu danken.

Denken, Gesundheit und die Krise.

Dr. Kudrjacevs hat auch ein „Rezept“ für die heutige Situation. „Ein weiser Mensch sagte, dass in der heutigen Krisenzeit jeder das machen sollte, was er kann. Ganz persönlich und ganz nach der sich bietenden Möglichkeit, und dabei die Hauptsache nicht zu vergessen: sich nicht zu fürchten Man kann dabei vieles entdecken.- für den Lebensunterhalt und für die

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Lebensgestaltung. Dabei darf der Gedanke daran, wie der Staat für mich sorgt, nicht im Vordergrund stehen, denn neben den staatlichen Einrichtungen gibt es noch anderes, wie zum Beispiel andere menschliche Beziehungen. Dafür sollte man elastisch sein, denn man könnte dir eine andere Arbeit anbieten als die, welche du erlernt hast und in der du bisher tätig warst. Nimm sie an! Weshalb nicht? Probiere etwas Neues aus. So mancher sagt ängstlich: Ich bin schon 50 Jahre alt und kann nichts anderes! Das bedeutet gar nichts, wie alt  du bist! Über eine deutsche Filmregisseurin wird berichtet, dass sie noch mit 70 Jahren das Sporttauchen erlernt hatte. Sie starb im Alter von 101 Jahren. In einem solchen Fall würde ich nicht sagen: „Ich bin schon 58 Jahre alt,“ sondern „ich bin erst 50 Jahre alt.“ Wenn jemand richtig leben würde, dann könnte er 180 Jahre alt werden. Wir müssen unser Lebensgefühl stimulieren und trainieren! Jeden Tag!

Chefredakteurin: Inga Reča

Anschrift der Redaktion: Alksnāja iela 3 .- Riga- LV 1050

E-Mail-Adresse: svetdienasrits@apollo.lv

Übersetzung: Johannes Baumann (abgeschlossen am 28.2.2ßß9)

Brucknerstr. 24.-  D-27711 Osterholz-Scharmbeck

Telefon: 04791-13356

E-Mail-Adresse: baumann-ohz@arcor.de

Nachwort des Übersetzers

Nach einigen Unregelmäßigkeiten bei dem Postversand, der die Reihenfolge der Ausgaben ein wenig durcheinander gebracht hat, bin ich mit dieser Nr. 7 wieder im richtigen Rhythmus.. Ich hoffe, dass meine getreue Leserschaft mir das fehlende Nachwort in Nr. 5 nicht verargt, aber es war einfach kein Platz da, und nur wegen des Nachwortes wollte ich nicht eine neue Seite beginnen.

Inga Reča ist von ihrer Grippe genesen und in der Lage, wieder die neue Spalte der Redaktion zu Papier zu bringen. Persönlich hat mich in dieser Ausgabe der Beitrag über Blīdene sehr berührt. Kurz vor seinem Tode habe ich noch den Gemeindeleiter Edgars Vanags kennen gelernt, der diese Gemeinde (die ihre Kirche durch die Kämpfe im Kurlandkessel verloren hat) mit ganzem Herzen und ganzer Seele geleitet hat. Mit Freude lese ich in dieser Ausgabe, dass seine Tochter Sanita, die in den Jahren davor ihrem Vater immer bei dem Schriftverkehr und den sonstigen Büroarbeiten zur Hand gegangen ist, von der Kirchengemeinde zur neuen Gemeindeleiterin gewählt worden ist. Beeindruckt hat es mich auch, dass es gerade diese Gemeinde ohne ein Kirche ist, die die Gemeinschaft unter den benachbarten Kirchengemeinden treu aufrecht erhält – auch ein Erbe des verstorbenen Gemeindeleiters Edgars Vanags. Übrigens ist Blīdene immer noch auf der Suche nach einer deutschen Partnergemeinde. In einer EMail von Sanita Vanaga an mich gab es die Anfrage, wie die Kirchengemeinde zu Abendmahlsgeräten kommen könnte für die Gottesdienste, die sie im Winter im Rathaus  und im Sommer im Freien neben der Kirchenruine hält. Ich konnte da nicht konkret helfen, und hoffe, dass sich dafür einmal eine Lösung findet.

Eine gesegnete Fastenzeit wünscht Ihnen Ihr J. B.

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