Verfasst von: liefland | März 11, 2010

Ausgabe Nr. 4 (1831) vom 20. Februar 2010

Der Herr war mein Halt. 2. Samuel 22,19

Auszüge aus Svētdienas Rīts, Zeitung der Evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands, herausgegeben von ICHTYS GmbH, erscheint seit Januar 1920.
6. Sonntag vor Ostern – Invocavit Ausgabe Nr. 4 (1831) vom 20. Februar 2010

Spalte der Chefredakteurin Inga Reča
Das Leben ist kein Spiel.
Die olympischen Winterspiele begannen in diesem Jahr mit einem tragischen Vorfall. Bei einer Trainingfahrt verlor ein georgischer Sportler sein Leben. Mag auch die Eröffnungszeremonie der Spiele noch so schön und gut gelungen gewesen sein, so war meine Freude – und ich denke auch die Freude mancher anderer Zuschauer – nicht vollkommen. Der schwarze Trauerflor an der Fahne der Freude belastete das Herz schwer.
Sind die olympischen Spiele statt zu einer Parade der Kraft und Geschicklichkeit nicht zu einer Art von „russischem Roulette“ geworden: wenn du daran teilnimmst, dann wirst du überleben, aber vielleicht auch nicht? Trainer und Sportler haben oft schon behauptet, dass sie „bei der Bank das volle Risiko eingegangen seien.“ Ist das olympische Gold es wirklich wert, dafür das Leben zu riskieren? Es ist wirklich absurd, aber es gibt Menschen, welche diese Frage mit Ja beantworten. Doch die Tragödie mit dem georgischen Sportler spricht eine
andere Sprache. Am glaubhaftesten erscheint es mir, dass die Wistler-Trasse, welche für die komplizierteste und gefährlichste Bahn der Welt für Schlitten und Bobrennen gehalten wird, für den jungen Sportler ein von ihm nicht zu überwindendes Hindernis darstellte. Gerade dadurch ereignen sich die meisten Unfälle sowohl im Sport als auch sonst im Leben: wir überschätzen unsere eigenen Kräfte. Ein Schwarm aus meiner Jugendzeit war der berühmte Alpinist Reinhold Messner, der als weltweit Erster ohne die Hilfe von Sauerstoff alle 14 Gipfel bezwang, die höher sind als 8 Kilometer, Als er gefragt wurde, wie er das geschafft hätte und dabei lebendig zu bleiben, antwortete er: „Ich vermochte es, vor den zu großen Schwierigkeiten rechtzeitig zurückzuweichen.“ In seinen Bücher kann man nachlesen, wie oft er zurückgewichen ist, obwohl er von seinem Ziel nur wenige 100 Meter entfernt war.
In dieser Ausgabe unserer Kirchenzeitung sind wir zu Gast bei der Mutter Malda des bekannten Torwarts Artūrs Irbe. In ihrem Bericht wird das Schicksal des Sportlers und seiner Familie mit allen dessen Höhen und Tiefen deutlich, aber auch mit allen menschlichen Sorgen, mit der Geduld und allem Wirken. In dieser Woche hat die Fasten- und Passionszeit begonnen, zu deren Beginn wie Christus 40 Tage in die Wüste begleiten, und dabei aufgerufen sind, über die Sünde, unsere eigenen Versuchungen und Christi Opfer für uns nachzudenken. Zum „Thema“, über das wir heute miteinander reden möchten, gehört auch der Aberglaube und der Okkultismus – Aktionen, bei denen wir, auch wenn wir ihnen nur den kleinsten Finger reichen, es riskieren, alles zu verlieren, und nicht nur die ganze Hand. „Du kannst doch alles. Sei doch wie Gott!“ Diese Worte wurden vor zweitausend Jahren vom Versucher gesprochen…
Die Hauptsache ist, dass wir heute diesen Köder nicht schlucken.

Die rettende Liebe – in den Stunden des Staues im Leben. Milda Klampe
Der Pfarrkonvent der Propstei Riga begann am 25. Januar mit einer von Pfarrer Elijs Godiņš
gehaltenen Andacht, in der er 2. Korinther 12 auslegte, wo von den unterschiedlichen Gaben die Rede ist, die uns Gott geschenkt hat, und von uns selbst als Persönlichkeiten. Hinter dem Geheimnis der Verschiedenheit der Gaben verbirgt sich auch die Gemeinschaft des Leibes Christi – dass das Kommen Seines Reiches in dieser Welt Wirklichkeit werden möchte.
Der erste Referent Pfarrer Mārcis Zeiferts stellte den Teilnehmern die Geschichte der Diakonie in Lettland vor. Wenn wir uns derer bewusst werden, dann können wir das Geschehen in unserer Kirche heute besser begreifen. Denn wie wir wissen wirkt sich die
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Vergangenheit auch auf die Zukunft aus, und das lässt uns mit völlig anderen Augen auf die Aufgaben und Möglichkeiten in der Zukunft blicken – mit Verantwortung.
Somit liegen die Anfänge der Inneren Mission (die missionarische Arbeit innerhalb der Kirche, die als christliche Mission sich an das ganze Volk wendet und durch zwei Kennzeichen geprägt ist: dem allgemeinen Priestertum aller Gläubigen, das sich dem Volk freiwillig in rettender Liebe im Glauben an Christus zuwendet, um die Menschen an das Reich Gottes heranzuführen) und der Diakonie (die sich auf dreierlei Weisen – Freiwilligkeit, Bürgerlichkeit oder Kirchlichkeit – historisch bemerkbar macht) in Lettland am Anfang des 19. Jahrhunderts. Noch im Jahr 1895 referierte Pfarrer Ludwig Katterfeld auf der Synode der Provinz Kurland, dass es in den Kirchengemeinden noch wenig Verständnis über die Werke christlicher Nächstenliebe gäbe, und dass diese Art des Dienstes der Kirche mit der Gründung freiwilliger Organisationen und Verbände in der Gesellschaft ihren Anfang gefunden hat, die sich dann auch in den Kirchengemeinden verbreiteten und für die Gemeindearbeit von großem Segen waren.
Während der sozialen Umwälzungen in Lettland (die Revolution im Jahr 1905, der Übergang von der Leibeigenschaft zu individuell ausgehandelten Arbeitsverhältnissen) nehmen die Innere Mission und die Diakonie ihren Platz im öffentlichen Leben ein. In dieser Zeit hatte die Kirche Anteil am Leben der Menschen von der Wiege bis zur Bahre.
Die bedeutendsten Gründergestalten für die Arbeit der Inneren Mission und der Diakonie im 19. und 20. Jahrhundert waren:
Georg Loesewitz (1808-1888), der an der Gründung mehrerer Institutionen der Inneren Mission mitgewirkt hat, zum Beispiel bei der Eröffnung eines Heimes für ausgesetzte Kinder in Kāķīši, er war der Direktor des Verlages für christliches Volksschrifttum für Gemeinden in Russland, 1851 gründete er das Maria-Magdalenen-Heim, 1866 förderte er die Gründung des Marien-Diakonissenhauses und war dessen erster Vorsteher.
Ludwig Katterfeld (1843-1910), der 1887 psychoneurolpgische Klinik „Güntherhof“ in Jelgava gründete, und die Arztpraxis „Tabor“;
Oscar Schabert (1866-1936), der die städtische Diakonie in Riga in das Leben rief.
Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts wird durch das Aufblühen der humanitär und christlich motivierten Liebestätigkeit und durch die Gründung verschiedener Wohlfahrtsverbände und Institutionen geprägt. Literarisch bekannt geworden sind wohltätige Bürgervereine, Frauenverbände, Verbände, die sich um das Wohl ausgesetzter Kinder kümmern. Hier lohnt es sich, die folgenden Namen zu nennen: Karl Gottlob Sonntag (1765-1827) und Liborius von Bergmann (1754-1823).
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die diakonische Arbeit in Lettland noch recht unzureichend entwickelt, vor allem wurde sie in den deutschen Kirchengemeinden durch die Initiative einzelner Pfarrer getragen und musste viele Hindernisse in der Gesellschaft überwinden. Man verdächtigte sich in der Gutsbesitzerschaft und Bauernschaft gegenseitig, innerhalb der kirchlichen und allgemeinen Betreuung, zwischen den Pfarrern und Laien. Die nationalen Konflikte wurden immer schärfer ausgetragen, die schließlich in der Revolution des Jahres 1905 und nicht zuletzt in den 1. Weltkrieg mündeten. Organisierte diakonische Arbeit gibt es in Lettland erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. 1907 wird der Johanniterorden gegründet, der im Baltikum zu einer Organisation der Inneren Mission wurde. So befanden sich verschiedene Gesellschaften „unter einem Dach.“ Im Baltikum entstanden fünf verschiedene Abteilunge: in Reval, Dorpat, Riga, Libau und Mitau. Auf diese Weise konnte sich die Arbeit der Inneren Mission im Baltikum vollkommen neu entfalten. Aber diese gut angefangene Arbeit wurde durch den 1. Weltkrieg unterbrochen und konnte erst in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts fortgesetzt werden.

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In der anschließenden Diskussion wurden von den Geistlichen vor allem Fragen angesprochen, welche die diakonische Arbeit in der Kirche heute betrafen. So wurde die Frage nach dem Nutzen der Gregorschule gestellt und angeregt, dieser Schule ein neues Profil zu geben. Es wurden Spendenaktionen für Straßenkinder angeregt.
Im zweiten Referat sprach Pfarrer Linards Rozentāls über das Thema „Wie jemand Verluste erträgt. Die Phasen des Sterbens.“ Dabei ging der Referent vor allem von den Erfahrungen von E. Kuebler-Ross aus. Im Laufe von vielen Jahren hat sie erforscht, wie jemand als Mensch viele Krisen erlebt. Früher erlebte man den Tod eines Angehörigen im Kreise der Familie, in unseren Tagen fürchten sich die Menschen, über den Tod zu sprechen, weil der Angst macht. Ein ganz besonderes Tabu ist der Tod im Gespräch mit Kindern. Aber das ist ein großer Irrtum, denn das Trauma wird umso größer, je weniger man mit Kindern über den Tod redet und ihnen die Wahrheit sagt.
E. Kuebler-Ross spricht von 5 Phasen des Sterbens.
1. Der Sterbende vermag die Realität seines Todes nicht zu akzeptieren; wichtig dabei ist, ihn in diesem Abschnitt zu begleiten, auch wenn der Angehörige das schweigend tut (wie Hiob 7 Tage)
2. Die Wut oder der Zorn des Sterbenden, der die Frage stellt, wer das alles verschuldet hat. Wir kann Gott das zulassen? Der Sterbende überschüttet die anderen mit seinem Zorn. In dieser Phase muss man zu ihm Distanz wahren., um sich selbst nicht zu verletzen, aber den Sterbenden anzuhören.
3. Das Handeln – der Sterbende fragt nun, weshalb das gerade jetzt mit ihm geschieht?
4. Depresssion – der Sterbende ist bedrückt, denn er hat bestimmte Fähigkeiten verloren. Wichtig dabei ist, ihn dabei weinen zu lassen, und nicht ihn zu beruhigen.
5. Das Sich Ergeben – die große Ruhe vor dem letzten Gang. Der Sterbende ist seinem Inneren zugewandt. Nimm das an, was jetzt mit ihm gschieht und akzeptiere dich selbst als sterbliches Wesen.
Der Referent nannte auch vier Übungen, die einem geistlichen Betreuer von Nutzen sein könnten.
* In einer natürlichen Sprache reden; oft reden wir beschönigend und entfernen uns dabei von der Realität.
* Das Sterben geschieht im Rahmen eines Prozesses der Veränderungen (wie z. B. in der Natur), diesen Veränderungen sollte man nicht ausweichen, sondern sie erleben.
* Man lernt es bei einer eigenen Erkrankung begreifen. Wie wäre es, wenn du nicht wieder vom Bett aufstehen könntest?.
* Wenn mir die Begegnung mit einem Sterbenden bevorsteht, sollte ich vorher mit einem Angehörigen gesprochen haben oder im Krankenhaus mit dem Seelsorger oder einem anderen geistlichen Betreuer zusammen gewesen sein, um zu erfahren, was in Gesprächen, bei dem Zuhören und bei dem Schweigen vorgegangen ist.
In der Diskussion wurde die Frage gestellt, weshalb wir dem Gespräch mit Jugendlichen über den Tod ausweichen.? Erleben Christen in diesem Lebensalter das Sterben anders? Wie verstehen wir die Theologie der Herrlichkeit in dem Zusammenhang mit dem Sterben? Als Empfehlung wurde ausgesprochen, in die neue Agende auf einem besonderen Blatt Texte aus der alten Agende hinein zu tun. In der alten Agende gibt es einen Abschnitt mit Bibeltexten für Hausbesuche, die seelsorgerlich sehr hilfreich sind.
Es ist wirklich wichtig, dass wir die Zeit, in der wir dem Tod begegnen, so erleben, dass wir dadurch das Leben begreifen lernen. Das heißt, dass wir uns nicht an das Leben klammern und es als unseren Besitz auffassen, sondern als Geschenk Gottes – das zeitliche und das ewige Leben.

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Malda Irbe: „Wir müssen unbedingt etwas tun!“ Ieva Pitruka
Im fernen Vancouver wehen 82 Fahnen im Winde, und um olympische Medaillen mühen sich die Athleten des Wintersports darunter auch die Eishockeymannschaft aus Lettland. Und hier in Lettland sitzen vor den Fernsehschirmen die Mitfühlenden. Und wie sollte man sich dabei nicht an den Schrei aus tausenden von Kehlen bei früheren Spielen erinnern: „Irbe, Irbe, du bist wie eine Mauer!“ Er galt dem legendären Torwart unserer Eishockeymannschaft, der sich zur Zeit sehr weit von hier entfernt aufhält. Dessen Mutter Malda Irbe – eine christliche fleißige Frau, die in ihrem Leben Gott stets um seinen Rat bittet – haben wir zu einem Gespräch eingeladen
Wie hat in Ihrer Familie das Leben im Glauben begonnen?
Ich wurde als kleines Kind getauft, so dass ich mich daran natürlich nicht mehr erinnern kann.. Als ich 16 Jahre alt war, wurde ich am 7. Juli 1957 zusammen mit meiner Cousine konfirmiert. Das geschah in der St. Johanniskirche durch Pfarrer Jānis Liepiņš. Aber damals hatte ich Gottes Nähe nicht besonders verspürt, den mein Opa sagte, dass der Kirchgang Unsinn sei, denn man könnte Gott genau so zu Hause anrufen. Bei uns zu Hause ging niemand zur Kirche, und meine Mama sagte mir, dass sie Freidenkerin sei., obwohl sie in einer katholischen Familie aufgewachsen ist. In den Stürmen des Krieges ist mein Vater verschollen. Meine Mama blieb mit drei Kindern in Ugāle. Deshalb kam ich, als ich 11 Jahre alt war, zu Opa und Oma nach Riga. Dort habe ich viel gelesen und mich dabei vom wirklichen Leben entfernt und mich zu einer etwas lebensfremden Idealistin entwickelt. Ich wusste nicht, worüber ich mit meinen Freunden reden sollte. Nach langen Jahren, als meine Tochter Baiba schon etwas herangewachsen war, zeigte sie Interesse für Gott und die Kirche. So begannen wir damit, am Sonntag in die Kirche zu gehen. Damals stiegen auf die Kanzel die Pfarrer Jāmis Liepiņš und Guntis Dišlers. Mir gefiel es sehr, wie sie alle die Dinge, die in
der Bibel beschrieben sind, mit dem Leben heute in Verbindung brachten, so dass ich den Eindruck hatte, dass ich alles, was er sagte, sehr gut und tief begriffen habe.
Hat es in Ihrem Leben Augenblicke gegeben, in denen Sie die Gegenwart Gottes deutlich verspürt haben?
Es gab drei Vorfälle in meinem Leben, die ich bezeugen kann. Es geschah, dass sich auf meiner Brust Verhärtungen zeigten. Ich ging zum Röntgen und der Psychologe empfahl mir, drei Mal zur Kirche zu gehen, und darum zu bitten, mich in die Fürbitte einzuschließen. Darauf habe ich viel mit Gott gesprochen und zu ihm gebetet. Ich heiße Malda. Dieser Name hat meinem Vater gefallen, er kommt aus dem Litauischen und heißt „Gebet, Bitte“. Mit Gott habe ich sehr offen geredet, denn anders geht es überhaupt nicht. Er sieht ohnehin alles, aber er hilft nur, wenn du auf ihn zu gehst. Ich sagte Gott: „Vater, du siehst alles, auch, dass es mir nicht gut geht. Ich sprach von Heilung und sagte ihm dann: „Wie es dein Wille ist, so will ich es annehmen zu meinem Wohl, denn ich vermag nichts anderes . Nur du, Vater, bist es, der mir helfen kann. Ich ging zur Kreuzkirche und sprach mit einem Pfarrer über mein Leiden, und bat ihn, mich in seine Fürbitte einzuschließen. Schon zu Beginn des Gottesdienstes spürte ich an der Stelle der Verhärtung ein Ziehen und Reißen. Als ich mit Gott gesprochen hatte, war ich von meinem Problem befreit, und als ich meine Brust abtastete, spürte ich nichts mehr. Es war, als ob da vorher nichts gewesen wäre…. Am nächsten und übernächsten Sonntag ging ich wieder zur Kirche. Der Pfarrer lächelte mich an und sagte: „Nun musst du selbst auch etwas tun.“ Ich sagte ihm: „Herr Pfarrer, ich habe mein Leben vorwärts und rückwärts verfolgt und kann Gott nur danken, dass er mir seine Hand entgegengestreckt hat, wo es sehr verschieden hätte ausgehen können. Das einzige, was mir noch zu tun bleibt, das ist, mein Leben lang ihm dafür zu danken..“ Noch einmal ging ich zum Röntgen und die Ärztin sagte mir: „Gott gebe es, dass jede Frau in Ihrem Alter sich immer noch einer so schönen Brust erfreuen könnte.“
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Das nächste Mal hatte ich sehr starke Knieschmerzen, und keine Medikamente konnten mir helfen. Wiederum bat ich Gott um seine Hilfe. Einige Tage danach stand ich bei einer Trolleybus-Haltestelle und wartete auf den nächsten Anschluss. Plötzlich merkte ich, dass meine Hosen an den Kniegelenken nicht richtig saßen. Es stellte sich heraus, dass ich, ohne etwas dafür getan zu haben, viel an Gewicht verloren hatte, was mir das Gehen sehr erleichterte und mir die großen Schmerzen nahm.
Der dritte Fall, bei dem mir Gott sehr geholfen hat, hängt mit meinem Enkelkind zusammen, das in der Schule mit großen Lernschwierigkeiten zu kämpfen hatte und dafür auch nicht motiviert war. Ich wandte mich an unseren Himmlischen Vater, der mir schließlich Worte in den Mund legte, die ich von mir aus nie ausgesprochen hätte und die mir auch selbst nie eingefallen wären. Aber das hat geholfen, und von einem Augenblick zum anderen waren die Lernschwierigkeiten weg, als hätte es sie vorher nie gegeben..
Als ich in unserer Nachbarschaft in der Pudiķu iela als Pförtnerin arbeitete, lebte dort auch Pfarrer Roberts Akmentiņš. Ich habe seiner Frau in einem Winter einen Sandhaufen gebracht, damit sie etwas zum Streuen hätte. In einem Winter bat mich Frau Akmentiņš, ich möchte doch zu ihr kommen. Ich habe dann nachgedacht: was mag das bedeuten. Sand haben sie doch, und was mögen sie noch benötigen? Sie kam aus dem Keller hoch mit einem großen Korb, voll mit Säften, Kompotts und Äpfeln, den sie uns zu Weihnachten schenken wollte. Davor hatte ich von fremden Menschen noch nie etwas geschenkt bekommen. Das war für mich sehr überraschend und ungewöhnlich. Heute habe ich es begriffen und trage selbst etwas bei, um anderen Leuten zu helfen, zum Beispiel unserer Kirchenzeitung „Svētdienas Rīts“ und der Bibelgesellschaft.
Herr Akmentiņš hat Baiba auch bei sich zu Hause getauft. Er war berechtigt, zu Hause zu taufen, und bei der Tauffeier begleitete er die Lieder auf seinem Harmonium. Später, als Artūrs heiraten wollte, hat er ihn und seine Braut getauft und konfirmiert. Später hat er auch seine Tochter Anna und deren Paten, einen Freund von Artūrs getauft.
Gott hat uns bewahrt, auch als Diebe bei uns eingebrochen haben. Im Laufe einer halben Stunde haben sie es geschafft, in unsere Wohnung einzudringen, aber Artūrs Geld konnten sie nicht finden – die einzige Beute, die sie bei diesem Einbruch machten, waren 20 Lats. Wir werden sehr oft auf eine sehr merkwürdige Weise daran erinnert, dass Gott uns liebt. Als Artūrs nach einem Unfall operiert werden musste und er danach sich nur auf Krücken zum Flughafen hin bewegen konnte, fiel ihm seine Tasche herunter, die er nicht aufheben konnte. Er war sehr verzweifelt; da begegnete ihm eine indische Familie, von der ein kleines Mädchen auf ihn zulief und ihm sagte: „Jesus hat dich lieb!“
Interessieren Sie sich als Mutter des legendären Hockeytorwarts auch selbst für Sport?
Ich arbeitete in einer Fabrik für Elektroapparate und montierte dort vor allem Waschmaschinen zusammen. Dort haben wir uns aber auch nebenbei mit dem Tourismus befasst und ab und zu veranstalteten wir leichtathletische Wettkämpfe. Mit meinem Bruder habe ich Karelien und Taschkent bereist. Mein Mann hat sich auch sportlich betätigt, aber das ist ihm nicht so recht gelungen. Deshalb hat er auf diesem Gebiet viel von seinen Söhnen erhofft.
Bald nach meiner Hochzeit wurden uns unsere 3 Kinder geboren, und dann gab es für mich keine Möglichkeit mehr, Sport zu treiben und zu verreisen. Mit den Kindern ging alles recht gut, sie schliefen nachts durch. Um Mitternacht ging ich zu Bett und wachte um 6 Uhr am Morgen auf. Dann mussten natürlich die Kinder gewickelt und anders versorgt werden.
Wie ist Arturs Irbe zum Eishockey gekommen?
Mein Bruder Māris hatte für Hockeyspiele ein Abonnement. Mein ältester Sohn Arvīds ging schon zur Schule und Artūrs noch nicht. Da beschloss Arvīds, seinem jüngeren Bruder Artūrs zu zeigen, was Hockey ist. Ich brachte Artūrs zum Sportpalast und übergab ihn seinem älteren
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Bruder und brachte ihn nach den Spielen wieder nach Hause. Artūrs fand großes Gefallen am Hockey und drängte sehr danach, mitzuspielen.
Als ich mit Artūrs schwanger war, lief ich immer mit einer ungewohnten Helligkeit im Herzen umher – als ob dort während der ganzen Schwangerschaft eine Kerze brennen würde.
Mir kam es so vor, als ob ich den Schein dieser Kerze sehen würde. Das war schon sehr eigenartig. Einmal hatte ich auch einen ganz besonderen Traum. Meine Träume spielten sich meistens in Ugāle im Hause meiner Kindheit ab. Artūrs war noch nicht geboren, als ich diesen Traum hatte, dass ich einen Jungen zur Welt bringen würde. In unserem Hause in Ugāle gab es kein Wasser, aber im Traum sah ich auf der Wiese etwas, was wie eine Pfütze aussah. (Kunsteis habe ich außer im Fernsehen sonst noch nie gesehen), nicht aus Wasser sondern aus einem etwas gelblich gefärbten Eis. Alles im Traum war sehr sonnig und hell, und das Baby strahlte mich mit seinen blauen Augen an. Er lag auf dem Eis und blickte zum blauen Himmel und war in eine blaue wattierte Decke eingewickelt. Im Traum dachte ich – ach Gott, was für eine verrückte Mutter bin ich doch. Ich habe mein Baby auf das Eis gelegt und gar nicht daran
Gedacht, dass er sich dabei eine Lungenentzündung holen könnte.
Von Artūrs sagt man, dass er nicht nur ein hervorragender Sportler, sondern auch ein sehr anständiger Mensch sei.
Ich denke, dass Artūrs in seinem Denken glasklar und sehr aufrichtig ist, und deshalb wird er auch öfter betrogen. Einmal hat er Geld ausgeliehen und nicht zurück bekommen. Was soll man da tun? Ein jeder Mensch muss in seinem Leben da seine Erfahrungen machen. Er hat ein sehr stark ausgeprägtes Empfinden für Gerechtigkeit, und außerdem ist er sehr mutig. Wenn ich das genau betrachte, so habe ich auch etwas von dieser Beharrlichkeit, ganz besonders deshalb, weil ich drei Kinder erziehen musste, und dazu noch als Pförtnerin arbeitete.
Eigentlich ist das keine Arbeit für eine Frau, ganz besonders nicht, wenn sehr viel Schnee gefallen ist. Ich habe meine Kinder nicht genötigt, mir zu helfen – sie mussten doch zur Schule gehen, und weshalb sollte ich sie davor schon vorzeitig aus dem Bett reißen? Aber der Schnee musste beseitigt werden, damit er nicht festgetreten werde. Und andererseits ist die Pförtnerarbeit sehr gesund. Am Morgen schreite ich mein Revier ab und bewege mich dabei. Dabei möchte ich meinen Mitmenschen am liebsten zurufen: Ihr Schlafmützen, kommt doch heraus und seht euch an, wie schön es hier ist. Und dann denke ich auch an die armseligen Wohnverhältnisse auf dem Lande zurück, wo ich mit zwei Geschwistern ohne Wasser aufwuchs, wo jeder Tropfen, den wir von draußen holten, aufgewärmt werden musste. Und heute begreife ich es gar nicht, wie wir das damals ausgehalten haben. Aber Gott hat uns die Kraft geschenkt, das zu überleben. In Amerika hatte mich ein Journalist gefragt, wie ich unter diesen bescheidenen Verhältnissen einen solchen Sohn habe großziehen können. Diese Frage beschämte mich und ich wusste nicht, was ich ihm antworten sollte. Schließlich sagte ich ihm: Wir haben immer so gelebt, wie wir es konnten, und dabei brauchten wir unseren Kindern nichts besonderes beizubringen. Darauf sagte er: Sehen Sie, Frau Irbe, das ist die richtige Einstellung, nach der Sie gehandelt haben.
Das ist doch auch eine Ermutigung angesichts der schwierigen Verhältnisse heute.
Ich habe auch gelernt, unsere Mahlzeiten zu strecken. Auch heute esse ich häufig Kartoffeln mit Quark – so wie es bei meiner Mama in meiner Kindheit oft auf den Tisch kam. Und besonders schön ist es, wenn man etwas Speck und Zwiebeln zufügen kann! Irgendwo habe ich gelesen, dass es für einen alten Menschen besonders gut sei, wenn sein Organismus solche Mahlzeiten verarbeiten müsste, die er in seiner Kindheit gegessen hätte. Ich lege jede Woche einen Fastentag ein und fühle mich dabei sehr wohl. Seit etwa fünf Jahren überschütte ich mich jeden Morgen mit warmem Wasser und steige dazu in die Wanne. Dann reibe ich mich in der Küche ab. Das gibt ein völlig anderes Gefühl, wenn man es merkt, wie der Kreislauf in
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Bewegung kommt. Dann krieche ich durch das Zimmer, und spüre, dass das dem Rücken gut bekommt.
Somit verhalten Sie sich auch ein wenig wie ein Sportler?
Um meine Schönheit zu pflegen, würde ich das nie tun, dazu wäre ich zu faul. Aber man muss etwas tun, um weiterleben zu können. Im Winter kann es nichts besseres geben, als barfuß durch den Schnee zu laufen. und danach die Füße einen Augenblick in kaltem Wasser zu halten. – auf einmal fängt das Blut an zu zirkulieren.
Haben Sie sich die Spiele angesehen, bei denen Ihr Sohn mit dabei war?
Als mein Sohn noch bei „Dynamo Riga“ mitspielte, wollte er nicht, dass ich zu den Spielen hinginge, denn das würde ihn aufregen. Als er bereits 18 Jahre alt war, sagte er mir einmal: Mama, jetzt kannst du kommen . Als er mir das gestattet hat, bin ich ab und an hingegangen. Sie müssen verstehen, dass ich alle Hände voll zu tun hatte, so dass es mir leichter fiel, wenn ich nicht dort hinzugehen brauchte, weil ich dann manches tun konnte, was dringend getan werden musste.
Wenn Artūrs spielen musste, dann habe ich mir manches Spiel im Fernsehen angesehen. Am meisten hat es mich aufgeregt, als einem eine Rippe und bald darauf einem anderen eine zweite und schließlich einem dritten noch eine Rippe eingeschlagen wurden. Da konnte ich nicht mehr hinschauen. Ich ging in die Küche und hörte nur zu. Diese Jungen taten mir unendlich leid. Solche Augenblicke waren entsetzlich. Ich hätte am liebsten heimlich hinter dem Tor gestanden, um mit ihm mit zu empfinden, wie es ist, wenn die Scheibe angerollt kommt, die er nicht in das Tor hereinlassen soll. Wird es ein Treffer oder nicht? Als Artūrs nicht mehr spielte und die Trainerlaufbahn eingeschlagen hatte, dachte ich mir, dass ich das eine oder andere Spiel mir im Fernsehen an sehen sollte. Aber das war nichts! Es war eine andere Mannschaft und im Tor stand nicht mehr Artūrs mit seiner typischen Mütze. Dann begann ich so entsetzlich zu weinen, dass ich nicht mehr hinschauen konnte. Es ist schon ein seltsames Leben, aber alles hat seine Zeit. Aber eigentlich bin ich kein großer Fan von Hockey – nur ein Fan meines Sohnes.
Es gab einen sehr bewegenden Augenblick bei der Winterolympiade in Turin. Ich habe mir die Eröffnungsfeier im Fernsehen angeschaut und sehe meinen Sohn mit der Fahne Lettlands in der Hand lächelnd voranschreiten. Und nun, man stelle sich das vor, nach einer Weile ruft er mich von dort her an! Und mit meiner Seele war ich sofort bei ihm und den Sportlern im Stadion und hörte alles, was dort geschah.
Fällt es einem Sportler schwer, als Christ mansche Kompromisse machen zu müssen?
Es kann schon komplizierte Situationen geben, aber das kann wirklich überall geschehen.
So gab es damals einen Skandal um den Trainer Wassiljew. Man wollte ihn entlassen. Artūrs trat für ihn ein und sagte, dass er ohne Wassiljew nicht spielen würde. Damals wurde in der Presse der Präsident des Hockeyverbandes damit lächerlich gemacht, dass man ihm sagte, dass er sich nun woihl selbst in das Tor stellen müsste. Und dann spielte die lettische Hockeyelite in Deutschland so schlecht und verschlafen, um zu demonstrieren, dass sie Wassiljew los sein wollten. Aber ihre russischen Gegner schossen aus Solidarität mit Wassiljew auch kein Tor. Auch solche Dinge gibt es im Sport.
Wir beide haben zueinander ein sehr großes Vertrauen, obwohl das sicher immer so sein wird, dass er mein Kind ist und ich seine Mutter bin. Das wird immer so weiter bleiben, auch jetzt, da er ein berühmter Sportler, ein großes Vorbild, ein erwachsener Mann und Vater mehrerer Kinder ist. Ich kann ihn im Blick auf viele seiner Eigenschaften verehren, aber ich kenne ihn schon sehr lange, nicht erst seit seiner Geburt, sondern noch länger. So ist das mit den Kindern.
Wie fühlen Sie sich, wenn man Ihren Sohn so lobt und verehrt?

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Ich denke, dass man jemand für seine ehrliche und schwer erarbeitete Leistung verehrt. Das macht mich eigentlich nicht besonders stolz als Mutter. In meinem Leben bin ich nie besonders ehrgeizig gewesen, und ganz und gar nicht mag ich mich besonders hervorheben. Solange Artūrs noch als Hockeyspieler aktiv war, war es für mich immer ziemlich schlimm, wenn Journalisten über mich herfielen. Dabei konnte ich mich nicht wehren, und vor allem stellten sie immer wieder dieselben Fragen.
Ich freue mich nicht nur über meinen Sohn, sondern über alle, die etwas geleistet haben, auch wenn ich sie persönlich nicht kenne.
Sie haben zu Hause eine große Kollektion von Puppen.
Artūrs hat mir von allen Enden der Erde Puppen mitgebracht. Als ich bei ihm eine Weile in Amerika war, habe ich mit meiner Enkeltochter für die Puppen 48 Abendkleider genäht. Ich kann gut Strümpfe stricken, aber meine größten Kunstwerke sind diese hellblauen Kleider, die nun zu einer großen Kollektion von Puppenkleider geworden sind.
Eine große Hochachtung habe ich gegenüber Fahnen und Volkstrachten. Für meine Enkeltochter habe ich ein aus Semgallen herkommende Volkstracht angefertigt, an deren Herstellung ich einen ganzen Winter verbracht habe und dabei oft den Rat einer Lehrerin benötigte. Als die Bluse fertig war, konnte ich es kaum glauben, dass ich das alle selbst angefertigt hatte.
Haben Sie noch irgendwelche Wünsche, die Sie sich selbst erfüllen möchten?
Ja. Einen Wunsch möchte ich mir gerne erfüllen. Ich möchte gerne Motorrad fahren lernen. Das Landhaus von Artūrs ist vier Kilometer von der nächsten Bushaltestelle entfernt. Ich würde gerne eine meiner Freundinnen einladen, dorthin zu kommen und die frische Luft zu erleben, und dann könnte ich sie auf einem der Motorräder meines Sohnes von der Bushaltestelle abholen.
Ich werde von keiner Hungergefahr bedroht, ich habe ein schönes Zimmer mit zwei großen Fenstern. Ich habe meine Puppen, im Sommer blühen Hortensien, Apfelbäume, Flieder und vieles anderes. Und dann könnten wir von Artūrs Landhaus zum Meer fahren, wo wir manche Heilkräuter zusammenlesen könnten. Es gibt die Auffassung, dass es die Gewächse sind, die vor dem Fenster des eigenen Hauses wachsen, die am besten nützen und heilen.
Die Mönche kamen mit dem aus, was man ihnen gab. Mit ihrem Beutel in der Hand bereisten sie die Welt.. Ich habe mich früher gefragt, wie man das machen könnte. Doch jetzt habe ich begriffen, dass es für jemand eine große Freiheit und ein großes Privileg ist, nicht an etwas angebunden zu sein. Man macht seinen Weg im Vertrauen auf Gott und hat keinen großen Bedarf an feinen Dingen und ist mit dem Geringen zufrieden, das man zum täglichen Leben braucht.
(Bemerkung: Artūrs Irbe, 42 Jahre alt, ist zur Zeit Cheftrainer der Torwarte des Nationalen US Hockeyverbandes in Washington. J.B.)

Die Kirche von Turaida hat ihre alte Ausstattung wieder erhalten. Ingrīda Briede.
Alles Neue ist gut, das Alte wird vergessen. Daran erinnert die kleine Kirche von Turaida, die ihre Ausstattung neulich vom nicht auffallenden grau zum rot-blau verändert hat. Die Arbeiten an der Innenausstattung werden auch fortgesetzt. Das kleine Gotteshaus befindet sich auf dem Territorium des Museumsreservates und ist eine der größten Holzkirchen Lettlands. Die Restaurierung wurde anlässlich des 260. Geburtstages der Kirche im Januar beendet. Im Winter des Jahres 1750 öffnete sich Tür zu der neuen, rot angemalten Kirche von Turaida. 2010 erwartete die nun wieder neu ausgestattete Kirche ihr Jubiläum.
Im Laufe der Zeit hat es keine bedeutenden Umbauarbeiten an der Kirche gegeben, so dass sie ihr altes Aussehen bewahrt hatte. 2006 wurde die Kirche künstlerisch und architektonisch erforscht. Und auf diese Forschungsergebnisse stützte sich die 2009 angefangene
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Restaurierung der Kirche, bei der das Fundament befestigt, stark beschädigte Holzteile der Konstruktion der Kirche ausgewechselt und die ursprüngliche Innenbemalung wieder hergestellt wurde. Für die Restaurierung wurden bisher 250160 Lats ausgegeben. Bei der Restaurierung verwendeten die Restauratoren historische Techniken und Materialien.. So verwendeten sie als Isolationsmaterial Birkenrinden, die Farbe für die Kirchenfassade wurde aus Roggenmehlkleister hergestellt, der oker eingefärbt wurde. Die Restauratoren bemalten jeden Quadratzentimeter sorgfältig und sachgemäß.
Wiederum wurde der Turm mit einer aus Leinöl hergestellten Farbe bemalt. Auch die Bemalung des Innenraumes der Kirche ist jetzt so wie vor 260 Jahren. Im Laufe der Zeit wurde das Kircheninnere nach dem Geschmack der jeweiligen Zeit 12 Mal neu bemalt. Dennoch kam man bei der Restaurierung der Kirche jetzt auch nicht ohne moderne Technik aus. Während der Restaurierung wurde die kleine Kirche mit der Hilfe eines Hebebocks angehoben.
Nach der Restaurierung wird in der Kirche eine Ausstellung über die Geschichte der Kirche untergebracht sein. Bei den Arbeiten der Gestaltung dieser Ausstellung stieß man auf bisher nicht bekannte Details. Ina Līne, die Chefexpertin des Forschungsabteilung des Museumsreservates und Kunsthistorikerin berichtet uns: „Wir haben herausgefunden, dass die Gutsbesitzer die liturgischen Geräte im Laufe der Zeit hintereinander gestiftet haben. Die alte Bibel wurde von den Gemeindegliedern gestiftet. Wir planen, das alte Harmonium der Kirchengemeide Turaida zu restaurieren, das seinerzeit an der Stelle einer Orgel von der Kirchengemeinde angeschafft wurde, die während des Ersten Weltkrieges zerstört worden ist. Während des Restaurierungsprozesses haben wir sorgfältiger als sonst die Geschichte dieses Gotteshauses beachtet. Hätte es die große Investition von der Seite des Staates nicht gegeben, dann hätte die Kirchengemeinde Turaida es nie vermocht, ihr Gotteshaus zu restaurieren. Gewöhnlich sind die Kirchengemeinden für die Restaurierung ihrer Kirche zuständig, aber der Denkmalswert dieses Gotteshauses ist so groß, dass der Staat mitgeholfen hat. Das Ende der Arbeiten ist abzusehen.“

Eine Reise wie ein Weg zu Gott. Inga Reča
Līga Pommere ist Fremdenführerin und Direktorin des Tourismus-Unternehmens „Balt-go“. Sie ist mit Uģis verheiratet und Mutter zweier sehr lebhafter Jungen. Doch viele werden sie als Līga Miljone kennen, als eine begeisterte Lehrerin der Sonntagsschule der Kirchen- gemeinde Kempji. Sie ist eine der ersten christlichen Pädagoginnen. Līga kommt auch aus der „Mafia der Geographen“ , denn sie ist auch diplomierte Geographin. Während ihres Studiums an der Universität Lettlands arbeitete sie in dem soeben gegründeten Verband christlicher Studenten mit. Nach vielen Jahren hat es dem Herrn gefallen, dass wir einander wieder begegnet sind.
Wie man wirklich wiedergeboren wird.
Mein Großvater war eine der Stützen der Kirchengemeinde Kmpji. Er berichtete mir, dass es während der Sowjetzeit oft passiert sei, dass er und Pfarrer Zālītis nur zu zweit die gottesdienstliche Gemeinde gebildet hatten, doch der Pfarrer hätte gesagt: „Wir beide sind hier nicht allein.“
Ich wurde 1989 im Alter von 17 Jahren getauft. Ich bin mit der Welle des nationalen Wiedererwachens zur Kirche hingespült worden, aber ganz real habe ich Gott im Herbst 1992 erlebt, als ich begonnen hatte, die Zusammenkünfte des Verbandes christlicher Studenten zu besuchen, die im Keller der Martinsgemeinde stattfanden. Da habe ich mit dem Lesen der Bibel und mit dem Gespräch über sie begonnen. Solange jemand in den Gottesdienst geht und sich die Predigt anhört, dann ist er nur ein Hörer. Wir müssen Gott erleben. Juris Rubenis hat einmal gesagt: „Wenn das Wort auferstanden ist, dann wird es zum Christen.“ Ich denke, dass
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das Gebet und die Bibellese sehr wichtig sind. Erst dann begreifst du, wer du bist und was du tust.
Mich interessierte die Bibel sehr, aber wenn du sie nur allein liest, wie willst du sie verstehen? Damals wurde im Verband christlicher Studenten der Kreis, dem ich angehörte, von Māris Vītols geleitet, einem ehemaligen Politiker, der Gottes Wort in einer sehr gut verständlichen Sprache auslegte – undogmatisch, aber mit vielen Beispielen aus dem Leben. Damals stieg ich sehr, sehr tief in das Christentum ein. Ich war eine der neuen Christen der ersten Liebe, wie man sagt.
Zuerst wurde mir auch sehr viel geschenkt, ich wurde wie auf Händen getragen. In der Fakultät wussten alle, dass ich Christin bin. Denn wenn jemand verliebt ist, dann sieht man es ihm auch an. Jetzt geht es mir wie jemandem, der bereits lange verheiratet ist. Er erzählt es nicht allen auf Schritt und Tritt, dass er verheiratet ist.
Ich denke, dass es von großem Segen ist, wenn du seit deiner frühen Jugend auf einem stabilen Fundament ruhst und die Gott auf deinem Weg durch das Leben begleitet. Und es macht nichts, wenn du auf deinem weiteren Weg durch das Leben sehr unterschiedliche Abschnitte zurücklegen musst. Wenn du Riga verlässt, dann sind plötzlich deine Freunde und Gesinnungsgenossen nicht mehr da…
Gottes Berufung.
Ich beendete mein Geographiestudium und als eine der ersten meine Ausbildung zur Religionslehrerin in der Pädagogischen Fakultät. Noch während meines Studiums übernahm ich in Kempji die Leitung der Sonntagsschule. Das war eine Zeit mit einer großen Herausforderung, denn wenn man etwas beginnt, dann möchte man es auch aus ganzem Herzen tun.
Heute sind meine damaligen Sonntagsschulkinder bereits erwachsen und haben selbst Kinder. Es geht ihnen sehr unterschiedlich, aber ich denke, dass die Zeit, in der sie die Sonntagsschule besuchten, ihre Spuren hinterlassen hat. Das waren richtige Kinder vom Lande, und mir tut es so leid, dass meine damalige Begeisterung so nachgelassen hat. Denn auf dem Lande kannst du etwas tun und bewirken, auch als Einzelner! Denn für die Kinder gibt es dort nicht vieles, was sie unternehmen könnten, außer dass sie zur Schule gehen und wieder heimkommen… und dann nichts mehr. Und wie ist es mit den Eltern? Obwohl Lettland nun schon über 20 Jahre unabhängig ist gingen die Eltern der Kinder damals ebenso wenig zur Kirche wie sie es heute tun. Deshalb: Wenn jemand aus dem Kreis der Leser es in seinem Herzen empfindet, dass etwas getan werden müsste, dann muss es auch getan werden. Die Begeisterung wird jemandem für eine gewisse Zeit geschenkt, und in ihrer Kindheit sind die Kinder sehr aufgeschlossen und gehen auf Menschen zu. Damals hatten wir in der Kirchengemeinde Kempji einen sehr freundlichen Gemeindeleiter (das trifft auch auf den heutigen zu) mit einer sehr lieben Frau. Der Unterricht der Sonntagsschule fand in seiner Wohnung statt. Und wenn die Kinder beieinander waren, dann gab es immer etwas zu essen, und wir haben sehr viel über Gott erfahren. Zuerst war ich als Lehrerin ganz allein. Später kam mir eine ältere Schülerin zur Hilfe, die heute Journalistin ist. Es ist heute nicht so, dass ich das nicht mehr tun könnte, aber damals war es für mich wie eine Berufung Gottes: du musst einfach losgehen und etwas tun.
Diese Zeit in der Sonntagsschule von Kempji war etwas ganz besonderes. Ich war dort fünf Jahre, meine Kinder wuchsen heran, und keiner von ihnen wollte diese Arbeit von mir übernehmen. Vielleicht habe ich dort zu viel getan: Ich hielt Bibelstunden für Erwachsene und auch den Konfirmandenunterricht. Ich setzte mich überall dort ein, wo man mich brauchte. Aber irgendwann kommt der Augenblick, an dem du dich ganz ausgebrannt fühlst.
In Rauna wurde ein Geographielehrer gesucht, und die Direktorin der Schule versprach mir, dass ich auch einen christlichen Jugendkreis leiten könnte. Ich kenne die jetzigen Pfarrer dort
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gut. Sie waren damals Schüler der von mir geleiteten Sonntagsschule. In der Schule in Rauna hatte ich ganz besonders gute Schülerinnen.-
Reisen als Berufung.
Vielleicht ist man sich oft seiner Möglichkeiten nicht bewusst. So habe ich es mir nie vorstellen können, eines Tages als Fremdenführerin zu arbeiten. Ich habe alle möglichen ernsthafte Berufe ausgeübt – ich war Lehrerin, Inspektorin des Naturschutzes – doch Fremdenführerin? Neulich traf ich mich mit m einer Kollegin aus der Naturschutzbehörde in Valmiera. Sie sagte mir: „Warum solltest du das nicht tun? Wenn ich mit dir auf Reisen gewesen bin, dann war das schon etwas Besonderes: Nie konntest du an einem Zeichen vorbei fahren, das auf eine Sehenswürdigkeit hinwies.“
Mir gefallen Reisen sehr, und ich habe den Eindruck, dass sie allen anderen auch gefallen. Ebenso hatte ich damals das Empfinden, dass die Bibelstunden und der Sonntagsschulunterricht notwendig sind, und dass diese auch allen gefallen.
Auf die Zeit in Rauna folgte Valmiera, wo ich bei der Naturschutzbehörde arbeitete. Doch diese Stelle habe ich bald verlassen und darauf längere Zeit gar nichts getan. Eines Tages traf ich Ieva Upeniece, eine Schwester von Pfarrer Guntis Kalme, die bei „Impro“ als Fremdenführerin arbeitete. Wir hatten beide Geographie studiert, und sie lud mich ein, mich ihr anzuschließen. Das war 2006. Zuerst fuhr ich in Lettland und überhaupt im Baltikum umher. Deshalb habe ich später mein eigenes Unternehmen „Balt-go“ Obwohl es uns schwer wird, mit den Kurorten Ägyptens zu konkurrieren. So gibt es auch hier bei uns viel zu sehen. Gemeinsam mit Alfreds Trepšs begann ich hier den sakralen Tourismus ganz besonders für Ausländer.
Der Anfang meiner „Karriere“ als Fremdenführerin ist in Rauna zu suchen, wo sich die Leute bei mir beklagten, dass sie immer, wenn sie einen Ausflug machen wollten, zuerst nach Riga fahren müssten. Veranstalte doch für uns von hier aus eine Exkursion! Weshalb nicht? So fing ich mit meiner Wirksamkeit in Rauna an. Wir nannten uns beweglich und fröhlich, da wir versuchten, uns reisend fröhlich zu bewegen. Wenn man nicht versauern möchte, muss man etwas unternehmen. Sehr begeistert bin ich von den Rentnern auf dem Lande. Sie sind sehr energisch, sie sind gute Sänger und möchten sich gerne irgendwohin begeben.
Eine Sache sind die einfachen Ausflüge mit einfachen Besichtigungen zum Wohlfühlen. Etwas anderes sind die Ausflüge von einem besonderen Wert. So sagen alle zum Beispiel: Durch Polen zu fahren, das dauert so entsetzlich lange. Aber wenn du mit einer Gruppe von Christen fährst, dann gibt es viele interessante Möglichkeiten für Bibelstunden, Diskussionen und Gemeinsamkeiten. So kann man auch die Fahrt von 10 Stunden für einen Alpha Kurs nutzen. Dann wäre diese Reise nicht nur eine Reise, sondern auch eine Reise zu Gott. Immer habe ich es mir gewünscht, dass ich alles, was ich tue, nicht nur zu meiner eigenen Freude tue, sondern damit Gott dienen kann. Dann bekommt alles einen Sinn.
Ich kooperiere als Fremdenführerin auch mit der Tourismus-Agentur „Impro“ Ich fahre dann auf eingeplanten Strecken, und sehr gerne arbeite ich selbst Strecken aus, und entdecke dabei Menschen, Orte und Empfindungen. Ich würde gerne Menschen zu Kirchengemeinden führen, um ihnen die Möglichkeit zum Gespräch, zur Begegnung und zum Kennenlernen zu geben. Im vergangenen Jahr hatte ich einige solcher Reisen durch Livland auf den Spuren der Herrnhuter. Dort ist der Geist der Herrnhuter wirklich noch lebendig bis auf den heutigen Tag.
In Rauna finden Abende statt, die noch ein Erbe der Brüdergemeine sind. Es gibt Berichte von der Zeit damals, dass die Kneipen leer blieben und die Menschen stattdessen zu den Versammlungen kamen. Auf diese Weise kann man auch erkennen, wie der Geist Gottes auch heute noch lebendig ist. Wenn du erkennst, dass alles, was wir heute tun, seinen Ursprung bei Gott hat, siehst du, dass er auch durch eine solche Exkursion am Werk ist.
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Es ist für mich ein großes Geschenk, dass ich einen Beruf ausüben darf, der eigentlich mein Hobby ist.
Berufung zum Zeugnis
Durch mein Bibelstudium im Verband christlicher Studenten entdeckte ich einmal, dass es Gott wirklich gibt, und deshalb wünsche ich es mir so sehr, dass jeder das entdecken möchte. Viele Menschen haben mir einmal gesagt: „Līga, du redest so, als ob du ihn wirklich schon einmal gesehen und mit ihm gesprochen hättest. Aber so direkt können wir ihn für uns nicht akzeptieren.“ Das ist auch sehr schwer, wenn man Gott nicht für den lebendigen Gott hält. Aber wenn auch an den übrigen sechs Tagen der Woche dich so verhältst, als ob Gott neben dir stände, dann ist das schon etwas Gewaltiges! Ach, jetzt fange ich an, klug zu reden…
Einmal vernahm ich einen guten Rat: Man kann auf vielfache Weise Zeugnis ablegen. Wenn es gar nicht anders geht, dann kann man es auch mit Worten tun.
Schon seit meiner Zeit im Verband christlicher Studenten ist mir das Zeugnis der Bibel sehr nahe, dass wir alle Zweige eines Stammes sind. Und nur solange du eine Rebe am Weinstock bist, wird von dir etwas ausgehen und du kannst etwas tun.
Wenn in deinem Alltag und bei deiner Arbeit die Bibel von dir immer weiter fortrückt, dann kannst du deinen Mitmenschen auch nicht sehr viel sagen. Deshalb sollte jemand, wenn er nur schwer eine Möglichkeit entdeckt, die Bibel zu lesen, nach anderen Möglichkeiten suchen, um am Weinstock dran zu bleiben. Vielleicht könnte dabei auch eine Exkursion helfen.
Eine Periode in der Wüste.
Ein Mensch kann nicht ständig verliebt sein. Es gibt Zeiten, die einem wie das Leben in der Wüste erscheinen, nur musst du wissen, dass das im Leben eines Christen nur eine Episode ist, die vorüber geht. Gerade, wenn du in einer Phase großer Begeisterung lebst, musst du dir bewusst sein, dass dir auch noch eine Periode in der Wüste bevor steht, in der du vielleicht die Bibel seltener, und dann vielleicht gar nicht mehr liest, und das Gebet und der Dank auch ferner rückt. Mir wurde die Gnade geschenkt in Zeiten, in denen mir das Gebet schwer fiel, ich immer noch Anlass zum Danken hatte. Das hat mich möglicherweise aus der Wüste herausgezogen, denn wenn du ganz und gar nichts tust, dann bleibst du auch weiter in ihr stecken. Sehr schön ist das alles nicht. Doch es geschieht zu deinem Besten, und es gibt jamanden, der dich wieder herausführt…
Aber auch in der Wüste kannst du dem widerstehen. Ideal ist es, wenn du am Sonntag zur Kirche gehen kannst, und wenn es in der Gemeinde Männer- und Frauenkreise gibt, die sich dort treffen, wie das in Rauna der Fall ist oder in anderen Kirchengemeiden, in denen Bibelarbeiten stattfinden. Und wenn du es körperlich verspürst, dass du in der Wüste bist, und dass dieses wirklich kein guter Ort ist, um dort zu leben, dann versuch es, da herauszukommen. Ich könnte auch sagen, dass es dabei um eine Frage der Disziplin geht. Obwohl die eine Stunde in der Woche, die ich Gott schenke, sehr wenig ist, so kann es in der Wüstenperiode sehr viel sein. Wie bereits gesagt – Jesus ist der Weinstock und ich bin eine der Reben. Wenn wir uns am Weinstock wirklich nicht festhalten, werden wir eines Tages zu abgefallenen Reben , die von selbst nicht wieder an den Weinstock anwachsen. Wenn es geschieht, dass du nicht mehr beten und in der Bibel zu lesen vermagst, dann musst du wissen, dass du in eine ernste Situation hineingeraten bist . Wir müssen ihn dann suchen gehen und sollten nicht lange warten, bis jemand zu uns kommt und uns mitnimmt. Ich denke, dass Menschen von Gott abfallen, weil sie allein sind und die Verbindung zu Jesus verloren haben. Sie erkalten. Wenn es in deinem Leben Augenblicke gibt, in denen du nicht mehr beten und die Bibel lesen kannst, dann sprich das Vaterunser, und wenn das zuerst nur mechanisch ist. Ich spreche aus eigener Erfahrung, denn mir ist es so ergangen. In der Wüstenperiode habe ich in der Bibel gelesen – auch wenn mich das gelangweilt hat. Aber dennoch sollst du wissen, dass du da heraus kommen möchtest. Erinnere dich an das
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Abendgebet und an das Morgengebet und versuch es, am Sonntag zur Kirche zu gehen. Gott stößt keinen zurück, der zu ihm zurückkehren will. Und wenn du nur 15 Minuten in der Bibel liest, dann wird es auch bei dir früher oder später Frühling werden, und das Wasser des Lebens fängt wieder zu strömen an.
Jetzt ist am Morgen, wenn ich aufwache, mein erster Gedanke das Gebet – das Gespräch mit Gott, dann lese ich in der Bibel und verrichte darauf die Arbeit des Alltages. Und so kehre ich auch zurück. Theorien helfen da nicht weiter. Mir hat immer die Disziplin und die Fürbitte geholfen.
Alpha Kurs für Reisende.
Am allerschwersten ist es, die nächsten Angehörigen zu Gott zu führen. Jetzt geht mein Mann immer zu den Männerabenden, aber als wir heirateten, da fiel es mir schwer, ihn als Gläubigen zu bezeichnen. Als er zum ersten Mal meine Wohnung betrat, entdeckte er hier ein Kreuz und dort ein Kreuz. Dabei kann ich mich noch gut an seinen Gesichtsausdruck erinnern…Damals betete ich darum, dass wir mit unserer ganzen Familie den Weg zu Gott finden möchten. Vielleicht hat mich Gott deshalb so weit fortgeführt, damit wir später gemeinsam zu ihm zurückkehren könnten.
Als ich mein Tourismus Unternehmen gründete und dafür einen Bus kaufte, rief ich Gott an und fragte ihn, welches sein Wille sei. Ich tat es nicht, um damit viel Geld zu verdienen. Stets habe ich daran gedacht, dass alles, was ich tue, einen Sinn haben müsste. Wie ist der Wille Gottes, was erwartet er von mir? Natürlich bin ich immer noch auf der Suche, doch heute habe ich das Ziel, die Menschen bei den von mir geleiteten Exkursionen auch zu Gott zu führen. Ich habe keinen Alpha Kurs besucht, aber alles, was ich in unserer Kirchenzeitung über diese Kurse gelesen habe, sagt mir, dass diese Kurse das gleiche Ziel haben. Aber wie bei allen Dingen des Lebens muss ich auch hierfür beten, dankbar sein und lernen. Dann wird mir Gott bestimmt eine Antwort geben.

Chefredakteurin: Inga Reča

Anschrift der Redaktion: Alksnāja iela 3 .- Riga- LV 1050
E-Mail-Adresse: svetdienasrits@apollo.lv

Übersetzung: Johannes Baumann (abgeschlossen am 28.02.2010)
Brucknerstr. 24.- D-27711 Osterholz-Scharmbeck
Telefon: 04791-13356
E-Mail-Adresse: baumann-ohz@arcor.de

Nachwort des Übersetzers
Die Übersetzung dieser Ausgabe habe ich heute, am Montag, dem 1, März beendet. Gestern ist die Winterolympiade in Vancouver zu Ende gegangen. So ist es kein Wunder, dass sich diese auch in den Zeilen der lettischen Kirchenzeitung bemerkbar macht. So hat Ieva Pitruka die Gelegenheit am Schopf gepackt und ein längeres Gespräch mit der Mutter von Artūrs Irbe geführt, der lange Zeit als Torwart der Eishockey Nationalmannschaft in Lettland einen legendären Ruf hatte, jetzt aber aus dem aktiven Sport ausgeschieden ist, um in die USA über zu siedeln und dort als Cheftrainer der Torwarte im Eishockey tätig zu sein Nun habe ich vernommen, dass einer der letzten Wettbewerbe in Vancouver das Eishockeyspiel zwischen Kanada und den USA war, das die USA trotz des Einsatzes des in Washington wohnenden Artūrs Irbe gegen Kanada knapp verloren hat. Aber dieser Ausnahmetorwart ist bei diesem Beitrag nur der Ausgangspunkt. Die Rede ist vielmehr von seiner Mutter und ihrem Weg zum Glauben sowie ihrem Einsatz im christlichen Studentenverband und einigen
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Kirchengemeinden. Originell finde ich auch den Beitrag von Inga Reča über die Leiterin eines Tourismus Unternehmens, die diesem ein Konzept zu Grunde gelegt hat, das dazu beitragen möchte, dass Menschen gleichen Glaubens einander finden. Vielleicht kommt es eines Tages dazu, dass Leser dieser bescheidenen Übersetzungsversuche die Dienste von „Balt-com“ in Anspruch nehmen, um unbekannte Ecken dieses wunderschönen Landes und dort lebende Geschwister im Glauben kennen zu lernen.
Auch dieses Mal ist es mir nicht gelungen, diese Ausgabe vollständig zu übersetzen. Dafür möchte ich meine langmütigen Leserinnen und meine mit einem langen Atem ausgestatteten Leser herzlich um Entschuldigung bitten.
Nachdem ich diesen Satz zu Papier gebracht hatte, bemühte ich mich, meine Übersetzung an ihre Empfänger zu versenden, jedoch ohne Erfolg, da mein Computer mit der Hilfe eines Virus in einen unbefristeten Streik getreten ist. Alle verzweifelten Hilferufe in die Richtung meiner technisch hoch begabten Enkel nutzten nicht. So musste ich bis zu diesem Wochenende warten, an dem sie alle in großer Besetzung hier anrückten, um meinen 85. Geburtstag nachzufeiern. Nach langen Nachtschichten hatten es vier meiner Enkel heute endlich geschafft, mich aus meiner Hilflosigkeit zu befreien. Ich zögere nicht, dieses mein Opus auf den Weg zu bringen.
Ehe ich das tue, möchte ich allen, die an meinem Geburtstag mit großer Liebe und Verbundenheit an mich gedacht haben, für ihre lieben Wünsche von ganzem Herzen danken. J.B

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