Verfasst von: liefland | Mai 12, 2011

Ausgabe Nr 4 (1846) vom 16. April 2011

Ich traue auf den Herrn Psalm 11,1

Auszüge aus Svētdienas Rīts, Zeitung der Evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands, herausgegeben von ICHTYS GmbH, erscheint seit Januar 1920.
Sonntag Palmarum Ausgabe Nr 4 (1846) vom 16. April 2011

Svētdienas Rīts – künftig täglich.
Das Osterfest des Jahres 2011 wird in die Geschichte unserer Kirchenzeitung als eine bedeutende Wende eingehen, denn dann wird die elektronische Version – das Portal SVETDIENAS RITS. LV das Licht der Welt erblicken. Wird jedem die Möglichkeit geben, mittels des Internet an den Inhalt unserer Kirchenzeitung heranzukommen., sich an deren Gestaltung mit zu beteiligen und seine Ansichten mit anderen darüber auszutauschen, was ihn in unserer Kirchenzeitung besonders angesprochen hat.
„Die Hauptaufgabe unserer Kirchenzeitung SR ist die Verkündigung des Evangeliums. Sie wird nie eine biblische Zitatensammlung werden, sondern sie möchte zeigen, wie die Worte der Heiligen Schrift Gestalt annehmen, leben, kämpfen und siegen.“ Das schrieben die Erneuerer unserer Kirchenzeitung im Jahr 1989. Diese Losung empfinden wir auch noch heute als unseren Auftrag, nur dass wir jetzt auch Sie, sehr verehrte Leserinnen und Leser von SR zur Mitarbeit einladen. Die erste Ausgabe der damals auch monatlich erscheinende Kirchenzeitung ging vor 91 Jahren am 1. Januar 1920 in das Land. Zu Ostern 2009 waren es 20 Jahre, seit SR nach einer Zwangspause von einem halben Jahrhundert wieder erscheinen konnte. Und zu Ostern 2011 geht die elektronische Version unserer Kirchenzeitung in das Land., die es ihrem Inhalt ermöglicht, unsere Leserschaft zu jeder Zeit und an jedem Ort der Welt zu erreichen.
Das Erscheinen der Kirchenzeitung in der gedruckten als auch in der elektronischen Form eröffnet uns die Möglichkeit, unsere Leserschaft mit vielfältigeren und ausführlicheren Informationen zu bedienen, und das täglich zu tun. SVETDIENAS RITS. LV wird als Nachrichtenportal die Leserinnen und Leser über das aktuelle Geschehen so schnell informieren können, wie es der Redaktion nur irgend möglich ist. Die gedruckte Ausgabe, die weiterhin einmal monatlich erscheinen wird, wird bestrebt sein, die wichtigsten Abläufe eines Monats darzustellen und der Leserschaft weiterhin interessante Interviews und Meinungsäußerungen zu Ereignissen in der Kirche und in der breiteren Gesellschaft anzubieten.
Dennoch ist die Tatsache, dass die neue elektronische Version unserer Kirchenzeitung unseren Lesern und Leserinnen die Möglichkeit eröffnet, sich in den Dialog über die dort angesprochenen Fragen einzuschalten sowie am Werden der Zeitung intensiver Anteil zu haben. Außerdem kann jetzt jeder leichter mit der Hilfe der modernen Möglichkeiten der Medien mit seinen Mitmenschen Kontakt aufnehmen. Dazu sind wir alle aufgerufen, inmitten unserer Freunde und Verwandten zu Boten des Evangeliums zu werden.
Christus ist auferstanden! Der Stein ist fortgewälzt. Und SR wird künftig so dick sein, wie es sich die Leserschaft wünscht
WWW,SVETDIENASRITS.LV – Nehmen Sie daran teil und machen Sie Ihre Freunde darauf aufmerksam!
Zusätzliche Bemerkungen des Übersetzers für die Leser seiner Übersetzungen.
Natürlich geht es bei der elektronischen Version, die man im Internet unter WWW.SVETDIENASRITS.LV erreichen kann, um die lettische Fassung. Sicher wird man dort auch viele Hinweise auf einzelne Veranstaltungen finden können, von denen ich ganz bestimmt nur einen verschwindend geringen Teil übersetzen können werde. Ich habe aber diesen an die lettisch sprechenden Leser gerichteten Beitrag übersetzt, weil ich mir vorstellen kann, dass man dort auch Fotos finden können wird, zu denen man auf diesem Wege leicht kommen kann. In meinem inzwischen doch ganz gewiss ein wenig fortgeschrittenen Alter von
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86 Jahren darf ich es mir doch (ich hoffe mit der Zustimmung meiner hoch verehrten Leserschaft) angesichts der nun zu erwartenden größeren Fülle an Lesestoff doch sicher leisten, auf diese oder jene Übersetzung zu verzichten.

Botschaft zum Osterfest des Jahres 2011 Jānis Vanags, Erzbischof der Evangelisch-
Lutherischen Kirche Lettlands
Zu Ostern grüßen wir einander mit dem Wunsch „Fröhliche Ostern!“ Ostern ist wirklich das fröhlichste Fest, das wir uns vorstellen können. Über den Anlass zur Freude sagt die Botschaft der Engel etwas aus, die wir in jedem Jahr von Neuem vernehmen: „Wenn Ihr Jesus sucht, dann sucht den Lebendigen nicht bei den Toten. Ihr findet ihn nicht mehr im Grabe. Er ist auferstanden!“ Wenn wir das hören, dann gedenken wir daran, dass Jesus für uns sein Kreuz getragen hat, gestorben und auferstanden ist! Wenn Dir Dein Herz sagt, dass du lebst, damit Du am Ende einfach stirbst und verwest, dann benötigst Du die Osterbotschaft mehr als alles andere. Für uns wurde Jesus mit der Sünde behaftet und hat unsere Strafe auf sich genommen. Am Kreuz ist er unseren Tod gestorben, damit wir im Glauben an Ihn die Vergebung der Sünden und das ewige Leben erhalten. Denn Gott hat die Welt geliebt, auf dass jeder, der an den auferstandenen Christus glaubt, das ewige Leben habe.
Doch die Freude, die wir noch erwarten sollen, können wir leichter mit dem Verstand begreifen als sie wirklich erfahren. Unsere Auferstehung können wir uns nur schwer vorstellen, und wie sollen wir uns gar über sie freuen? Eigentlich ist es nur Jesus, der die wahre Osterfreude kennt. Er hat es erfahren, was sterben, im Grabe liegen und hinabsteigen in das Reich des Todes bedeutet. Er sah seinen Tod bis in die tiefste Tiefe voraus. Als Jesus am Grabe seines gestorbenen Freundes Lazarus weinte, hat er damit gezeigt, dass er den Tod verabscheut, und auch das, dass der Mensch sterben muss. Wie bitter war es für Ihn, sterben zu müssen, und wie groß war Seine Freude aufzuerstehen! Wie groß muss die Freude Jesu gewesen sein, wieder als Lebendiger unter den Lebenden zu sein! Versuch doch, einen Augenblick lang deine Augen zu schließen und dich in Jesus hinein zu versetzen, mit welcher Freude Er das Leben von neuem genossen hat – aber jetzt ohne das Grauen vor dem Kreuz und dem Schatten des Grabes darüber. Das ist die wahre Osterfreude! Die hat wirklich nur Jesus erfahren. Und dennoch sagt er: „Das sage ich euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde.“ (Joh. 15,11)
Jesus möchte, dass Seine Freude in uns bleibe. Seine Freude ist die Vollkommenheit. Wirklich fröhliche Ostertage haben wir dann, wenn die Freude des Auferstandenen in uns zu Hause ist. Wie kann das geschehen? Dazu gibt uns Jesus ein Rezept: „Das sage ich euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde.“ Jesus hat uns etwas gesagt. Jedes Wort von ihm hat einen großen Wert. Die Worte Jesu sind wie eine Tür, durch die wir hereinkommen können. Die Freude der Auferstehung. Seine Worte lehren uns das Leben, und sie ersparen uns viele unnötige Schmerzen. Seine Worte schenken uns Trost angesichts der bevorstehenden Furcht vor dem Tod. Doch das wertvollste bei den Worten Jesu ist, dass wir durch sie Ihn selbst kennen lernen können. Wenn wir uns in das Evangelium vertiefen, können wir Jesu Leben und Sein Wirken kennen lernen. Wenn wir zusammen mit dem Evangelium beten, können wir Ihn vollkommener lieben. Die Liebe zu Christus ist das größte Geschenk, das wir uns in unserem Leben nur wünschen können. Sogar das Kreuz der Versuchung und die Dornen des Verlustes können Freude bereiten, wenn wir mit unserem Herrn in Liebe vereint sind. Wenn wir unser Leben mit Ihm teilen, dann wird Seine Freude auch zu unserer Freude. Die Worte Jesu, die wir im Evangelium finden, sind eine Quelle großer Freude.
Wenn ich „ Frohe Ostern!“ sage, dann wünsche ich Euch die Worte Jesu. In denen ist der lebendige und gen Himmel gefahrene Christus weiterhin mitten unter uns. Lest sie, glaubt
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ihnen, betet mit ihnen, lebt mit ihnen in Eurem Alltag, damit das auf Papier aufgeschriebene Wort im Herzen und im Geist lebendig und zur innerlich erfahrenen Wahrheit werde. Wie bei einem Ei die harte Schale zerbricht und aus ihm ein neues Geschöpf entschlüpft, so möge aus den Worten Jesu Euer Leben mit dem Leben und der Freude des auferstandenen Christus erfüllt werden!

Spalte der Chefredakteurin Inga Reča
Wie wälze ich den Stein von meinem eigenen Herzen?
Ich möchte allen Lieben danken, die mich angerufen haben und sehr besorgt darüber waren, dass sie am Samstag davor unsere Kirchenzeitung nicht erhalten hätten. Den Anrufern habe ich darauf das erklärt, was ich nun Ihnen allen bekennen muss: Ich war auf einer Dienstreise in Ventspils und habe mich dabei über die Sonne und die ersten aufgeblühten Schneeglöckchen gefreut und dabei einen aufkommenden Sturm übersehen. Das Ergebnis dieses Leichtsinnes war eine gründliche Erkältung, die mich zwei Wochen lang in meinen eigenen vier Wänden festhielt und dadurch das pünktliche Erscheinen von SR verzögert hat. Doch verbleibt uns die Hoffnung, dass das Frühjahr, das unabwendbar herankommt und Ostern als das Fest der Auferstehung Christi den Geist und den Leib der Menschen (auch meinen) nach einem langen Winter spürbar belebt.
Wälzen wir den Stein von unserem eigenen Herzen mit den herzlichsten Segenswünschen zum Fest der Auferstehung Christi.

Pfarrer Modris Plāte zum 60. Geburtstag. Juris Rubenis, Pfarrer der Luthergemeinde Riga
Am 26. April begeht der Pfarrer der St. Michaelisgemeinde in Jēkabpils seinen 60. Geburtstag.
Es fällt mir schwer, den unvorstellbar reichen Beitrag von Modris Plāte für die Geschichte unserer Kirche und unserer Gesellschaft in einem kurzen Beitrag zusammenzufassen. Er gehört zu den ganz wenigen, die Gott dazu genutzt hat, die große Wende herbei zu führen.
Er war nie ein Freund einfacher Antworten und von Heucheleien und von äußerlich schönen, jedoch leeren religiösen Phrasen. Stets richtete er sich in aller Schärfe gegen vereinfachte (natürlich für die Mehrheit sehr bequeme!) Ansichten auf jedem Gebiet. Ich kenne keinen, der so belesen ist wie er.
Er ist ein individueller Denker und Zeit seines Lebens ein radikaler Wahrheitssucher, ein Mensch, dem Kompromisse nie gefallen haben, ein sehr mutiger Mensch.
Er ist ein wahrer Freund, der dich nie und unter keinen Umständen verraten wird., ein empfindsamer Mensch, der bereit ist zu helfen, auch wenn er dabei auf eigenen Komfort verzichten muss. Ein hervorragender Prediger, ein Einsiedler, ein Mensch komplizierten Charakters.
Es ging auf die Anregung von Modris Plāte zurück, dass wir im Jahr 1981 ganz inoffiziell einen Gesprächskreis von gleichgesinnten Pfarrern gründeten, aus dem sich im Jahr 1987 die Bewegung „Wiedergeburt und Erneuerung“ entfaltete, welche die notwendigen Voraussetzungen für die Änderungen in der Kirche und der Gesellschaft Lettlands schuf. Er musste einem wahnsinnigen Druck standhalten dadurch, dass er der einzige Pfarrer in Lettland war, der seinen Dienst trotzdem versah, obwohl ihm die Sowjetbehörden die notwendige staatliche Genehmigung dazu entzogen hatten, und der damit die sowjetischen Bestimmungen übertreten und sich selbst dem Risiko ausgesetzt hatte, in jedem Augenblick verhaftet zu werden.
Durch seinen Mut zum Risiko hat Modris Plāte die Grundlagen für die heutige ELKL gelegt. Das sollte niemand vergessen!

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Er ist immer für einen breiten Austausch von Meinungen, für eine offene und tolerante Kirche und für eine Kirche mit hohen geistlichen Ansprüchen an sich selbst eingetreten. Modris Plāte hat sich nie davor gescheut, zur Zeit des Sowjetregimes seine Ansichten offen auszusprechen, und er hat keine Angst, seine Ansichten heute auszusprechen, auch wenn diese sich von den Ansichten der Mehrheit unterscheiden.
Ich bin Gott für das Geschenk der Freundschaft mit ihm von Herzen dankbar, und für alles, alles, was ich von ihm empfangen durfte. Für seine Wärme, seine große Geduld, für unzählige Anregungen, für die Lehre, an sich hohe Anforderungen zu stellen, und den Mut, der zu sein, der du wirklich bist.

Der Dom zu Riga feiert in diesem Sommer sein 800 jähriges Jubiläum. Ivars Kupcis.
Im Juli dieses Jahres sind es 800 Jahre her, seit Bischof Albert im Jahr 1211 in einer feierlichen Zeremonie den Grundstein für den Dom zu Riga gelegt hatte. Im Dom wird dieses Jubiläum durch verschiedene Veranstaltungen seine besondere Prägung erhalten. – sowohl in der Jubiläumswoche vom 25. bis zum 31. Juli als auch in der übrigen Zeit.
Das Jubiläum wird uns auch die Gelegenheit bieten, in die Geschichte des Domes Einblick zu nehmen und viele Schätze in er Kathedrale neu zu entdecken.
Das wird man in der Ausstellung „Akzente im Dom zu Riga“ tun können, welche den Besuchern die für unsere Zeit einmalige Möglichkeit anbietet, die wichtigsten Schätze des Domes – sie sakrale Inneneinrichtung, die farbigen Fenster und die Gemälde – zu betrachten und die Musik und die Orgelklänge des Domes als auch berühmte Persönlichkeiten aus der Geschichte des Domes kennen zu lernen. Auch das Museum für Geschichte und Schifffahrt öffnet seine Pforten für mehrere Ausstellungen und wissenschaftliche Konferenzen über Entdeckungen im Dom.
Einen Höhepunkt bildet die letzte Woche im Juli, in der alle zu besonderen Veranstaltungen und Gottesdiensten der gemeinsamen Festwoche eingeladen sind. In dieser Festwoche finden sowohl Konzerte als ein gemeinsames Fest des Kirchengesanges statt. Am Samstag, dem 30. Juli wird der Dom den Kindern zur Verfügung gestellt, wo sie sich in Werkstätten beteiligen und viel Neues über den Dom entdecken und sich an einer Festaufführung beteiligen können. Am Gottesdienst am Samstagabend nehmen die internationalen Gäste und die Leiter der christlichen Bekenntnisse in Lettland teil. In der Nacht zum Sonntag gibt es ein ganz besonderes musikalisches Ereignis – Mysterien der Nacht mit Klängen aus vergangenen Jahrhunderten und dem Angebot, in sich selbst hinein zu blicken und in die Quellen, aus denen uns das Licht entgegenströmt.
Am Sonntag, dem 31. Juli findet ein Fest- und Dankgottesdienst statt, den Erzbischof Vanags in seiner Kathedrale halten wird. Nach dem Gottesdienst sind alle zu einem Gartenfest im Domhof eingeladen.
Der Dom zu Riga ist eine heilige Stätte von nationaler Bedeutung. Obwohl der Dom vor allem die Kathedrale des lutherischen Erzbischofs ist, reicht dessen Bedeutung weit über die Grenzen eines einzelnen Bekenntnisses oder einer einzelnen Kirche hinaus. Die allerwichtigste Aufgabe des Domes zu Riga ist, jeden Hereinkommenden auf seinem Weg zu Gott anzusprechen. Lasst uns dieses so bedeutende Jubiläum zusammen begehen – mit der Domgemeinde und den Glaubensschwestern und Glaubensbrüdern, mit den Einwohnern Rigas und deren Gästen!

Meldungen aus der Erzdiözese Riga.
° In drei Propsteien fand die Wahl eines neuen Propstes statt. Zum Propst der Propstei Jūrmala wurde am 12. Februar der Pfarrer der Kirchengemeinde Piņķi und der St. Martinsgemeinde in Riga Andris Krauliņš gewählt. Seine Einführung durch Erzbischof
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Vanags findet am 30. April um 10 Uhr in der St. Johanniskirche in Piņķi statt. Auf Anweisung von Erzbischof Vanags hat seit dem April 2010 Pfarrer Dzintars Laugalis die Dienstgeschäfte des Propstes der Propstei Jūrmala wahrgenommen..
° Am 26. Februar fand die Versammlung der Propstei Gulbene statt. Auf Grund des Wahlergebnisses ernannte Erzbischof Vanags den Pfarrer der Kirchengemeinden Alūksne und Liepna Magnus Bengtson zum Propst der Propstei Gulbene, der die Dienstgeschäfte des Propstes bereits seit dem Juni 2009 wahrgenommen hatte.
° Die Pfarrer und Vertreter der Kirchengemeinden der Propstei Cēsis versammelten sich am 5. März zur Propsteiversammlung. Auf Grund des Wahlergebnisses ernannte Erzbischof Vanags den Pfarrer der St.Johannis Gemeinde in Cēsis Didzis Kreicbergs zum Propst der Propstei Cēsis. Die Amtseinführung des neuen Propstes wird am 28. Mai um 11 Uhr in der St. Johanniskirche in Cēsis stattfinden.
° Am 30. März fand in der St. Martinsgemeinde eine Sitzung des Kapitels der Erzdiözese Riga statt, an der die Pröpste der Erzdiözese Riga D. Kreicbergs (Propstei Cēsis), M. Bengtson (Propstei Gulbene), Dz. Laugalis (Propstei Ikšķile), A. Krauliņš (Propstei Jūrmala), H. Jenson (Propstei Madona), und A. Bušs (Propstei Valmiera) teinahmen. Die Sitzung wurde von Erzbischof Vanags und Bischof Dimants geleitet. Der Bischof gab Informationen über die in der letzten Sitzung des Bischofskollegiums beschlossenen Fragen und über die Veränderungen im Personalbestand der einzelnen Diözesen.
° Am 26. März findet um 15 Uhr im Dom zu Riga ein Gottesdienst statt, in dem der Erzbischof den bisherigen Pröpsten der Erzdiözese Riga seinen Dank aussprechen wird für ihren Dienst und ihre Leistungen im Amte des Propstes
° Das Bischofskollegium hat beschlossen, mit Wirkung vom 14. Februar 2011 Pfarrer Māris Lukašēvics, der zum beständigen Aufenthalt wieder nach Lettland zurückgekehrt ist, in das Verzeichnis der Pfarrer der ELKL aufzunehmen. Er wurde am 6. Januar 1992 im Dom zu Riga ordiniert und hat seinen Dienst als Pfarrer von 1992 bis 2009 in Adelaide in Südaustralien ausgeübt.
° Am 8. März 2011 erhielt Pfarrer Atis Grīnbergs die Beauftragung mit dem Dienst als Pfarrer in der seit August vakanten Kirchengemeinde Ķemeri. Dadurch haben sich dort auch die Gottesdienstzeiten verändert, die dort künftig Sonntags um 10 Uhr stattfinden werden.
° Mit der Wahrnehmung des Pfarrdienstes in der Kirchengemeinde Kalnsava wurde am 27. März 2011 der Evangelist Agris Pilsums beauftragt.
° Seit dem 1. April 2011 ist Pfarrer Artis Druvietis der Pfarrer der lettischen lutherischen Gemeinde in Irland. Er löst Pfarrer Uģis Brūklēne ab, der mit seiner Familie nach dreijäehrigem Dienst in Irland nach Lettland zurückkehrt. Die lettische lutherische Gemeinde in Irland wurde am 8. Oktober 2007 gegründet.
° Pfarrer Ivo Šmits hat seinen Dienst in den Kirchengemeinden Ape, Opekalns und Zeltiņi beendet. Bis auf weiteres ist der Evangelist Augusts Būce mit dem Pfarrdienst in diesen drei Kirchengemeinden beauftragt
° Auf Empfehlung des zuständigen Propstes hat der Erzbischof Hilfspfarrer Didzis Seržāns zum Pfarrer ernannt. Er wird ihm das Amtskreuz im Gottesdienst in der Kirche von Turaida am 29. Mai um 11 Uhr überreichen.

Neuigkeiten in der Kirchengemeinde Kalnsava. Agris Pilsums, Evangelist.
In der Kirchengemeinde Kalnsava fand am 27. März ein Dankgottesdienst zum 20. Jahrestag
der Erneuerung der Rechtsstatus als Kirchengemeinde statt. Das eigentliche Jahr der Gründung der Kirchengemeinde ist nicht bekannt, da die Gemeinde Kalnsava zu Beginn ein Teil der Kirchengemeinde Bērzaune war. Im lettischen Konversationslexikon können wir nachlesen, dass Kalnsava seit 1626 (also seit 385 Jahren) einen eigenen Pfarrer gehabt hätte.
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So können wir dieses Datum als den Anfang einer eigenen Gemeindearbeit annehmen. Den Festgottesdienst am 27. März hielt Erzbischof Vanags und hielt darin eine Predigt über Lukas 2, 41-51.
Gewöhnlich finden die Gottesdienste in der Kapelle statt. Doch bei besonderen Gelegenheiten in der Schule von Kalnsava. Im Gegensatz zu vielen anderen Kirchengemeinden hatte die Kirchengemeinde Kalnsava ihre Arbeit während der sowjetischen Besatzungszeit nicht eingestellt, sondern sich zu den Gottesdiensten in der Friedhofskapelle in Veckalnsava oder in Privathäusern versammelt Die im Jahr 1835 erbaute Kirche von Veckalnsava wurde im Zweiten Weltkrieg gesprengt. Obwohl man in den Jahren des nationalen Erwachens sich darum gemüht hatte, die zerstörte Kirche wieder aufzubauen, ist dieses nicht gelungen. Zur Zeit sind in Veckalnsava nur wenige Häuser bewohnt, und somit wäre dort der Bau einer neuen Kirche sachlich nicht gerechtfertigt. Dagegen könnte man sich eine neue Kirche im Zentrum von Jaunkalnsava gut vorstellen. 1982 wurden die Vasa Sacra und andere Gegenstände im Museum des Kreises Madona aufbewahrt. Die Gemeinde hat sie zurück erhalten und in einem Festgottesdienst hat sie Erzbischof Vanags erneut in den Dienst der Kirchengemeinde gestellt.und nach einer Unterbrechung von 30 Jahren die Abendmahlsgeräte ihrer eigentlichen Zweckbestimmung zugeführt. Die 1747 angefertigte und wieder neu in den Dienst gestellte Taufschale soll zu Ostern wieder zum ersten Mal für eine Taufe genutzt werden.
Der Frauenchor der Kirchengemeinde gestaltete den Festgottesdienst musikalisch. „Uns hat dieser Gottesdienst sehr gut gefallen. Er atmete Herzlichkeit und Liebe zur Ehre Gottes.“ Das schrieben uns nach dem Gottesdienst die Chorsängerinnen. Zum Fest sprach die Bürgermeisterin des Ortes Grussworte. Ein ganz besonderer Gruß war der vom Priester Ingars Stepkāns vorgesungene 23 Psalm. Zum Fest beglückwünschten Vertreter der Kirchengemeinden der Propstei und der katholischen Kirchengemeinde Jaunkalnsava die Kirchengemeinde Kalnsava. Ddie Stiftung Lutherisches Erbe schenkte der Kirchengemeinde 41 Bücher, ein guter Grundstein für eine neue Bibliothek der Kirchengemeimnde.
Seit dem Beginn dieses Jahres finden die Gottesdienstge der Kirchengemeinde Kalnsava am 1. und 3. Sonntag eine Monats um 15 Uhr statt. Der Konfirmandenunterricht hat vor einiger Zeit neu begonnen und wir hoffen, am Tag der Himmelfahrt Christi in einem Konfirmationsgottesdienst zusammen mit unserem Propst Hans Jenson der Kirchengemeinde neue Gemeindeglieder zuführen zu können.

Lest die Bibel ernsthaft. Interview von Ivars Kupcis mit dem Bischof der schlesischen evangelisch-lutherischen Kirche Stanislaw Pietak.
Anfang März war auf Einladung von Erzbischof Vanags der Bischof der schlesischen Evangelisch-Lutherischen Kirche Stanislaw Pietak in Lettland zu Gast. Die schlesische Kirche ist eine kleine Kirche im Südosten Tschechiens, und hat dennoch sehr viel Ähnlichkeit mit der Kirche Lettlands. Bischof Pietak wurde vor 30 Jahren ordiniert und 2006 zum Bischof gewählt. Gemäß der Verfassung seiner Kirche tritt er nach der Vollendung seines 65. Lebensjahres in diesem Jahr seinen Ruhestand an. SR bat den Bischof um ein Gespräch, um seine Kirche kennen zu lernen und etwas über die dortigen Aktualitäten zu erfahren.
– Was für Fragen haben Sie mit Erzbischof Vanags und unseren Bischöfen während Ihres Besuches bei uns besprochen?
– Erzbischof Vanags hat unsere schlesische Kirche im Mai 2010 besucht und mein Gegenbesuch ist eine Frucht unseres freundschaftlichen Verhältnisses innerhalb der Gemeinschaft der Lutheraner. Wir haben die künftigen Möglichkeiten der Zusammenarbeit besprochen, besonders auf dem Gebiet der Diakonie und Jugendarbeit. Ebenso wie Ihre Kirche könnte man auch unsere Kirche eine konservative Kirche nennen. Ich bin jedoch der
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Meinung, dass keine Kirche ohne die biblische Grundlage darauf hoffen kann, weiter zu bestehen und sich weiter zu entwickeln. Nur die Bibel ist die Quelle für die geistliche Weiterentwicklung des Glaubens und der Kirche. Ich freue mich sehr darüber, dass sich Ihre Kirche zu den biblischen Grundlagen bekennt. Wir sind Ihnen und Ihrem Erzbischof für die Predigt der reinen Lehre und die feste Haltung in Fragen der Ethik sehr dankbar.
– In Tschechien gibt es doch mehrere lutherische Kirchen. Welches sind deren wichtigste Kennzeichen?
– In der Techechischen Republik gibt es drei lutherische Kirchen und außerdem auch die Tschechische evangelische Kirche der Brüdergemeinde, die sich nach dem Ersten Weltkrieg zu einem Kirchenbund zusammen geschlossen haben. Dabei vereinigte sich die lutherische mit der reformierten Kirche unter ernsthaftem Festhalten an den Traditionen der reformatorischen Theologie.
Eine der lutherischen Kirchen ist die Evangelisch Lutherische Kirche des Augsburger Bekenntnisses, welche die Möglichkeit schuf, dass sich einzelne Gemeinden im Jahr 1994 von unserer Kirche trennten. Sie bestehen zur Zeit aus vier kleineren Gemeinden. In einzelnen tschechischen Regionen gibt es auch die slowakische evangelisch lutherische Kiche. Das Entstehen unserer Kirche geht auf die Zeit der Reformation in den 20er Jahren des 16. Jahrhunderts zurück. Eine Epoche von 55 Jahren zur Zeit der Gegenreformation im 17. Jahrhundert war die einzige Zeit, in der kein lutherischer Gottesdienst gehalten wurde.
Tschechien hat etwa 10 Millionen Einwohner, von denen etwa 70 % Atheisten sind. Von den 3 Millionen, die aussagen, dass sie an irgend eine höhere Macht glauben, gehören etwa 2,6 Millionen der katholischen Kirche an. Etwa 10.000 gehören der Tschechischen evangelischen Kirche der Brüdergemeinde an und ebenso viele der Kirche der Hussiten. Darauf folgt unsere Kirche, die orthodoxe Kirche, Freikirchen und andere kleinere Kirchen. Nach den statistischen Angaben gehören unserer Kirche zur Zeit etwa 20.000 Menschen in Tschechien an.
– Was ist jetzt in Ihrer Kirche aktuell? Worüber wird in Ihrer Kirche jetzt am heißesten diskutiert?
– Sehr aktuell ist bei uns zur Zeit die Volkszählung. Wir mühen uns sehr darum, unseren Leuten Mut zu machen, sich bei der Volkszählung zu ihrem lutherischen Glauben zu bekennen, obwohl wir auch begreifen, dass ein lebendiger Glaube an Christus viel wichtiger ist als die Registrierung der eigenen Überzeugung bei einer Volkszählung. Deshalb sind die Aktivitäten der Mission und Evangelisation immer aktuelle Fragen unserer Kirche. Wir müssen unsere Missionstätigkeit stärken und weiter entwickeln und darüber nachdenken, wie wir missionarische Gruppen in den Städten in der Studentenarbeit, bei der Gründung neuer Gemeinden weiter stärken.
Heiße Diskussionen gibt es in unserer Kirche im Bezug auf unsere Zugehörigkeit zum Lutherischen Weltbund und unser Verhältnis zu anderen Kirchen. So hat zum Beispiel unsere Synode vor einigen Jahren beschlossen, die Partnerschaftsbeziehungen mit der Synode von Südost Pensilvania der Evangelisch-Lutherischen Kirche Amerikas (ELCA) abzubrechen, die beschlossen hatte, in ihrer Kirche Homosexuelle zu Pfarrern zu ordinieren. Nach vielen Diskussionen in unserer Kirche wurde beschlossen, diese Frage der Synode zur Beschlussfassung vorzulegen. Die Synode beschloss, die Partnerschaftsbeziehungen mit dieser Kirche in den USA abzubrechen. Dagegen beschloss die Synode auf ihrer letzten Tagung mit der Kirche der Missouri Synode in den USA ein Abkommen über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Mission zu schließen.
° Sie sagten dass Sie die Haltung unserer Kirche und unseres Erzbischofs zu dem Verständnis der Autorität der Bibel sehr hoch schätzten. Welches sind nach Ihrer

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Ansicht heute die Fragen, zu denen die Kirche heute konservativ Stellung beziehen müsste?
– Zuerst ist das die Haltung gegenüber der Bibel und die Anerkennung ihrer Autorität als Botschaft Gottes. Nicht als Werk von Menschen, sondern als Werk des Heiligen Geistes. Es gibt Kirchen, die damit begonnen haben die in der Bibel dargestellten Ereignisse und die Autentizität der Wunder zu bezweifeln. Aber wenn wir die Bibel ernsthaft lesen, dann nehmen wir die dort beschriebenen Ereignisse und Lehren ernst und halten sie für wahr. Es gibt viele ethische Fragen, die ganz und gar von unserem Verständnis der Autorität der Bibel abhängen. Wenn wir die Bibel ernst nehmen, dann können wir der Euthanasie und der Abtreibung nicht zustimmen und sagen, dass darüber jeder Mensch selbst entscheiden könnte. Ebenso ist es mit der Homosexualität. Als Kirche müssen wir sagen, dass sie Sünde ist. Wir müssen diesen Menschen helfen und sie lieben, doch wir müssen die Sünde auch bei ihrem Namen nennen, und dabei daran erinnern, dass Jesus für alle Sünder gestorben ist, darunter auch für mich. Es ist unser Auftrag, unsere Sünde zu erkennen und zu bekennen.
– Ebenso wie die Kirche Lettlands ordiniert auch Ihre Kirche keine Frauen zum Pfarramt. Ist das immer Ihre Praxis gewesen?
– Es gab seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts in unserer Kirche die Praxis, Frauen zu ordinieren. Vor vier Jahren haben wir damit aufgehört, seit ich in unserer Kirche das Bischofsamt übernommen habe. In unserer Kirche gibt es drei ordinierte Frauen. Aber viele unserer jungen Pfarrer möchten nicht mit dieser Praxis fortfahren. Und das ist auch der Standpunkt der Mehrheit in unserer Synode.
Viele unserer Theologiestudentinnen möchten nach dem Abschluss ihres Studiums in unserer Kirche dienen – in der Diakonie oder mit Kindern, aber nicht im Pfarramt.
– Welches sind nach Ihrer Ansicht die wichtigsten Bedürfnisse der Menschen in Tschechien und welche Rolle spielt dabei die Kirche?
– Die größte Nontwendigkeit der Menschen, ist die Notwendigkeit, Christus zu haben. Und die höchste Verantwortung der Kirche ist die Predigt des Evangeliums. Wie wir das noch besser tun können, das ist die Frage, die jede Generation neu beantworten muss. Das ändert nichts daran, dass das Evangelium ewig ist und dessen Inhalt unveränderlich.
Die zweite Herausforderung ist der vom säkularen Humanismus herkommende Relativismus, der behauptet, dass es nicht die eine ewige universelle Wahrheit gäbe, sondern viele Wahrheiten nebeneinander und dass wir zur Kenntnis nehmen sollten, dass die ersten Christen das Imperium Romanum hätten anerkennen können, wenn sie Jesus Christus als einen der unzähligen Götter anerkannt hätten. Doch dem konnten sie nicht zustimmen, und fuhren fort, zu predigen, dass Christus die einzige Wahrheit und nicht eine von vielen Wahrheiten ist. In unserer multikulturellen Gesellschaft ist das eine sehr aktuelle Frage. Aber wir sollten uns der Menschen rettenden Kraft des Evangeliums nicht schämen. Gott möchte seine Kirche nutzen, um seinen Plan zur Rettung der Menschen zu erfüllen.
– Werden in Ihrer Kirche die Bischöfe auf Lebenszeit gewählt oder für eine begrenzte Zeit?
– Als Bischöfe werden wir für sechs Jahre gewählt. Ein Bischof kann danach noch einmal gewählt werden, und seine Altersgrenze liegt bei 65 Jahren. Diese Altersgrenze hängt mit den Fähigkeiten eines Bischofs zusammen. Wenn ein Bischof seinen Dienst gut versieht und seinen Pflichten nachkommt, dann wäre es gut, ihn für längere Zeit im Amt zu belassen. Doch falls ein Bischof anfängt, irgendwelche Häresien oder Irrlehren zu verbreiten und für den Säkularismus anfällig wird, dann könnte, falls er auf Lebenszeit gewählt ist, das für seine ganze Kirche zu einem schweren Problem werden.
– Was planen Sie zu tun, nachdem Sie aus dem Bischofsamt verabschiedet worden sind?

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– Die Hälfte der Zeit würde ich gerne in einer Gemeinde dienen, mir aber sonst Zeit für Publikationen und Vorträge nehmen. Ich möchte aber auch gerne mitarbeiten bei der Fortbildung kirchlicher Mitarbeiter bei der Erweiterung ihrer Bibelkenntnisse, woran unsere Kirche eben arbeitet.
– Herzlichen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen Gottes Segen und Sein Geleit für Ihren weiteren Dienst.
– Ich bin Gott dankbar für die biblische Orientierung Ihrer Kirche und ihre kräftige und gesunde Stimme in der Familie der lutherischen Kirchen. Ich wünsche Ihnen den Segen des Herrn mit den Worten des Apostels Paulus aus seinem Brief an die Römer: „Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.“ (Römer 15, 13)

Das Reisebüro „skarālais tūrisms“ (Kirchentourismus) lädt ein, auch „kleine“ Gotteshäuser zu entdecken. Pfarrer Juris Morics und Ehefrau Ulrike.
Eine Abbiegung von der asphaltierten Straße in einen geraden kleinen Seitenweg, dann eine Fahrt von etwa anderthalb Kilometern Länge und der Weg endet in der Nähe eines kleinen Bauernhofes, Am Wendeplatz entdecken wir tiefe Spuren von Autoreifen, doch die Weiterfahrt erscheint sowohl mit dem PKW als auch mit dem Bus unmöglich. Wir wissen zwar, das hier in der Nähe eine Kirche sein müsste, aber wir können sie beim besten Willen nicht erblicken.. Die neugierigen Bewohner stehen am Hause und winken uns zu sich heran. „Guten Tag. Wir haben gehört, dass sich hier eine kleine Kirche befände.“ „Ja, so ist es. Mein Urururgroßvater hatte geholfen, sie zu erbauen.“ Lächelnd fügt der stattliche alte Mann hinzu: „Sie befindet sich dort jenseits der Wiese.“ Er deutet mit seiner Hand die Richtung an:
„Sie ist nicht weit von hier. Aber bitte fahrt nicht mehr weiter, sondern geht zu Fuß.“
Nach einem Fußweg von einem halben Kilometer durch eine wunderschöne Waldlichtung, die auf eine Waldwiese hinausläuft befinden wir uns plötzlich im Anfang des 19. Jahrhunderts. Von Grabsteinen aus behauenen alten Landsteinen begrenzt sehen wir alte Gräber, und von Bäumen umrahmt von einem stillen Wind umweht die St. Johanneskirche in Kankaļi, in der der Gottesdienst nur einmal im Jahr stattfindet – am Fest Johannes des Täufers.
Die Liebe zum Reisen und zu Touren gab es in unserer Familie bereits seit langer Zeit, schon lange bevor ich ahnte, dass ich mich damit berufsmäßig beschäftigen würde. Ein irgendwie romantisches Interesse begann in mir während der Zeit der Sowjets zu wachsen, als wir uns noch hinter dem Eisernen Vorhang befanden und uns der Blick in das Ausland versperrt war. Jetzt sind uns alle Wege offen, und dennoch können wir immer wieder feststellen, dass es in unserer Heimat Gegenden gibt, die ihren Zauber noch nicht verloren haben, sondern dass ihr Wert ganz im Gegenteil viel größer geworden ist. Wir begreifen die westlichen Touristen, die aus ihren zugebauten Parklandschaften herkommen, um in einem echten Wald spazieren gehen zu können
Dabei ist unsere heutige Wirtschaftssituation bei der Berechnung der Reisekosten keineswegs von geringer Bedeutung. Unser kleines Reisebüro, das Familienunternehmen „Kirchentourismus“ entstand eigentlich ganz von selbst, als ich für die Beschäftigung auf diesem Gebiet Zeit und mir einiges Wissen angeeignet hatte und dann den Wunsch verspürte, etwas zu unternehmen. Das führte mich zu diesem neuen Anfang.
Doch ganz konkret – wer sind wir und was können wir?
Unter http://www.sakralaisturisms.lv können Sie im Internet Informationen über uns und die von uns angebotenen Touren erhalten. Natürlich gibt es auch noch viel größere Möglichkeiten. Besondere Aufmerksamkeit versuchen wir nicht den ausgetretenen „Elefantenpfaden“ zu widmen, sondern den abseits der großen Wege gelegenen Kirchen, die sich durch ihren
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besonderen Charakter der Zeit ihrer Erbauung und ihre Aura und die unberührte Natur ihrer Umgebung auf eine ganz eigene Weise hervorheben. Es gibt da auch noch Kirchen ohne Strom… Wissen Sie eigentlich schon etwas über die Traditionen der Altgläubigen? Ein Gottesdienst der Altgläubigen kann bis zu fünf Stunden dauern, den man stehend verbringt, und eine Beerdigung hat eine acht bis neun Stunden dauernde Liturgie. Autentische liturgische Bücher aus dem 18.Jahrhundert zu entdecken, das ist eine Besonderheit der 2 Tage dauernden Tour durch Lettgallen.
In Kooperation mit den Mitarbeitern des Museums der Region Ķekava bieten wir Ausflüge zu schönen Orten in der Umgebung von Riga an. Mit unseren Partnern in Estland haben wir begonnen, Reiserouten durch Lettland und Estland zu erstellen. Wir sind bereit, auf jeden individuellen Wunsch einzugehen, der an uns von Kirchengemeinden, Schülern. Lehrern, Rentnern, jungen Ehepaaren für ihre Hochzeitsreise und von vielen anderen herangetragen wird.
Mit großer Freude helfen wir sehr gerne, stehen telefonisch zu Auskünften bereit. Deshalb zögern Sie nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen.

Chefredakteurin: Inga Reča

Anschrift der Redaktion: Mazā Pils iela 4 – Riga – LV 1050
E-Mail-Adresse: svetdienasrits@apollo.lv

Übersetzung: Johannes Baumann (abgeschlossen am 29.4.2011)
Brucknerstr. 24.- D-27711 Osterholz-Scharmbeck
Telefon: 04791-13356
E-Mail-Adresse: baumann-ohz@arcor.de

Nachwort des Übersetzers
Sehr verehrte liebe Leserinnen und Leser! Dafür, dass diese Ausgabe von SR so spät in Ihre Hände kommt, hat sich Inga Reča bereits in ihrer Spalte entschuldigt. Ich selbst möchte allen freundlichen Spenderinnen und Spendern, die meinem Aufruf gefolgt sind, der lettischen Kirchenzeitung mit einer Spende unter die Arme zu greifen, und dadurch der drohenden Einstellung ihres Erscheinens zuvor zu kommen, sehr herzlich danken. Bisher sind über 5000 Euro gespendet worden. Darüber hinaus hat der Martin Luther Bund aus Erlangen gleich einen größeren Betrag als Soforthilfe dorthin überwiesen. Diese beiden Fakten haben in Lettland einen so großen Eindruck hinterlassen, dass in den ersten Sitzungen dieses Jahres einmütig festgestellt wurde, dass man mit gutem Gewissen das Vorhaben der Einstellung des weiteren Erscheinens nicht mehr wahrmachen dürfte, zumal die beiden zweckgebundenen Spenden nur für die Zeitung verwendet werden dürften, und wenn nicht, dann sofort zurückgezahlt werden müssten. Dass die lettische Kirchenzeitung im deutsch sprechenden Ausland ein so großes Interesse wach gerufen hat, hat in Lettland sehr beeindruckt und viele nachdenklich gemacht. Dafür allen Spenderinnen und Spendern noch vielen Dank!
Allen, die möglicherweise die Kontonummer für die Spenden für die Kirchenzeitung verlegt haben sollten, sei sie an dieser Stelle noch einmal mitgeteilt:
Martin Luther Bund
Konto Nr. : 12304
Bankleitzahl: 763 500 00 Sparkasse Erlangen
Zweckbestimmung (bitte unbedingt angeben) Zeitung Lettland
Eine gesegnete österliche Freudenzeit wünscht Ihnen allen
Ihr Johannes Baumann

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